Pflegebedarf am Niederrhein auf Rekordhoch VdK sieht prekäre Lage in der Pflege und fordert Entlastung

Rheinberg/Kreis Wesel · Im Kreis Wesel sind fast 40.000 Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen – so viele wie noch nie. Gleichzeitung sinke die Hilfe für Betroffene und Angehörige von Seiten des Staates. Alarmierend findet das der Sozialverband.

Die Zahl der Menschen im Kreis Wesel, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind, war noch nie so hoch.

Die Zahl der Menschen im Kreis Wesel, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind, war noch nie so hoch.

Foto: dpa/Christophe Gateau

Anlässlich der neuesten Daten des Statistischen Landesamts zur Pflegebedürftigkeit schlägt der VdK-Kreisverband am Niederrhein Alarm. „Mit 38.697 Menschen hat die Zahl der Menschen im Kreis Wesel, die Pfelgeleistungen erhalten, einen historischen Höchststand erreicht, während sich ihre Unterstützung leider auf dem Tiefpunkt befindet“, kritisiert VdK-Vorsitzender Horst Vöge. „Dabei sind Betroffene wie ihre Angehörigen mehr denn je auf Entlastung angewiesen: Sie wurden auch bei der Energiepreispauschale außen vor gelassen und müssen befürchten, dass ihre Wohnung im Winter zur Kältekammer wird.“

Nach wie vor werde ein Großteil der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden versorgt, von denen Ende vorigen Jahres 22.128 Personen ausschließlich Pflegegeld bezogen und 3594 ambulante Dienste beauftragten. „Aktuell wenden sich viele an den VdK, weil die Versicherungsleistungen nicht reichen, Betreuungsangebote durch professionelle Kräfte vor Ort fehlen oder aber gekündigt werden“, verweist Vöge auf die prekäre Lage.

„Viele gehen buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Besserung ist nicht in Sicht“, so Vöge. Umso wichtiger sei es, dass sich die Menschen in NRW auf eine gute unabhängige, flächendeckende Beratung verlassen können und genug Plätze zur Kurzzeit-, Verhinderungs- sowie Tagespflege zur Verfügung stehen. „Wir fordern die Entlohnung von Angehörigen“, so der VdK-Kreisvorsitzende. „Außerdem muss die Bundesregierung die versprochene Erhöhung des Pflegegelds verabschieden.“

Gleiches gelte für die Reform der Pflegeversicherung. „Schon jetzt müssen Betroffene immer mehr aus eigener Tasche zahlen. Die Rekord-Inflation macht auch nicht vor den 4.725 Menschen halt, die im Kreis im Heim untergebracht sind.“ Der VdK fordert die Deckelung der Eigenanteile.

(bp)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort