Rheinberg: Unitymedia-Kunden erst nächsten Mittwoch wieder mit Telefon und Internet

Rheinberg : Unitymedia-Kunden bis nächsten Mittwoch weiter ohne Telefon und Internet

Unbekannte haben 200 Meter Glasfaserkabel von einer Hochtrasse gestohlen. Der Plan, eine Notleitung zu verlegen, scheiterte.

Die Verärgerung der rund 2500 betroffenen Unitymedia-Kunden in Rheinberg wächst von Stunde zu Stunde. Seit Dienstag können sie nicht aus dem Festnetz telefonieren und ihre Internetverbindungen sind tot. Bis der Schaden behoben ist, wird es voraussichtlich  noch bis nächsten Mittwoch dauern. Warum, das teilte gestern Helge Buchheister, Sprecher des in Köln ansässigen Kabelnetzbetreibers, mit: „Im Raum Rheinberg haben Unbekannte mit viel krimineller Energie an einer Hochspannungstrasse ein von Unitymedia angemietetes Glasfaserkabel entwendet.“

Etwa 2500 Unitymedia-Kunden sind dadurch zurzeit ohne Internet und Telefon. Notrufe können von den betroffenen Kunden nur mobil abgesetzt werden. Die Fernsehverbindung ist nicht betroffen, da Unitymedia das TV-Signal übergangsweise über eine mobile Satellitenverbindung vor Ort einspeist.

Die Täter haben rund 200 Meter Glasfaserkabel aus einer Hochleitung herausgetrennt. Wo das geschehen sei, wollte Buchheister aus Sicherheitsgründen nicht sagen. Aus welchem Grund die Täter das Kabel gestohlen haben, ob der Diebstahl und somit der Wert des Kabels oder die Zerstörung der Leitung im Vordergrund standen – darüber wolle man nicht spekulieren.      Der Pressesprecher: „Die Reparaturarbeiten müssen vom zuständigen Energieversorger vorgenommen werden – allerdings ist der Leitungsbau des Energieversorgers erst Anfang kommender Woche einsatzbereit. Aufgrund strenger Sicherheitsvorschriften dürfen die Techniker dann nur bei Tageslicht und guten Wetterverhältnissen an den Oberleitungen arbeiten. Diese Reparaturarbeiten sind ein zeitintensives und aufwendiges Unterfangen und werden aller Voraussicht nach bis Mittwoch, 24. Oktober, andauern.“

 Die Hoffnung von Unitymedia,  kurzfristig in Eigenregie eine provisorische Leitung über eine Länge von 1,6 Kilometern zu verlegen, habe sich schnell zerschlagen, wie Helge Buchheister sagte: „Bedauerlicherweise hat der Energieversorger unsere Bitte, ein Provisorium zu bauen, mit Hinweis auf die örtliche Lage abgelehnt. Daher sind uns nun vorerst die Hände gebunden. Wir möchten unseren Kunden helfen, können es aber nicht. Wir bleiben aber am Drücker und suchen über verschiedene Kanäle weiter das Gespräch.“

Unitymedia habe wenig Verständnis für die Einsatzplanung. Wenn eine Hochspannungsleitung oder ein stromführendes Erdkabel betroffen gewesen wäre, so teilte das Unternehmen mit, hätte man in der Konzernzentrale sicherlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Leitung wiederherzustellen. Buchheister: „So arbeiten wir zumindest bei Unitymedia im Falle von größeren Kabelschäden. Für diesen Fall haben wir ,schnelle Eingreiftruppen’ strategisch überall im Verbreitungsgebiet stationiert, die jederzeit bereit sind, Leitungsschäden zu reparieren – wenn nötig auch nachts bei Dauerregen oder knietief im Schlamm einer Baugrube stehend.“

„Unitymedia bedauert die mit der Unterbrechung verbundenen Unannehmlichkeiten für die Kunden“, unterstrich Helge Buchheister im RP-Gespräch. Das Unternehmen informiere die betroffenen Kunden über den aktuellen Stand der Dinge unter anderem per SMS und E-Mail. Als Entschädigung für den Ausfall erhalten die betroffenen Unitymedia-Kunden eine Gutschrift. Die Kosten würden anteilig erstattet, hieß es.

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