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Rheinberg: Und die Kröten in Budberg wandern doch

Geplantes Baugebiet in Rheinberg : Und die Kröten in Budberg wandern doch

Rheinberg plant ein Neubaugebiet in Budberg. Ein Fachbüro hat keine artenschutzrechtlichen Bedenken. Widerspruch kommt aber vom Naturschutzbund (Nabu) und von einer Anwohnerin, die sich dort um Kröten kümmert.

Die jetzt bekannt gewordenen Pläne an der Von-Büllingen-Straße in Budberg, die Freifläche zwischen Friedhof und Bebauung für Häuslebauer zu bereiten (RP berichtete), hat im Rathaus und darüber hinaus für erheblichen Wirbel gesorgt. Vor allem der Gutachter-Befund nach der artenschutzrechtlichen Vorprüfung, dass zwischen den als Laichgewässern genutzten Abgrabungsseen und dem Wäldchen an der Von-Büllingen-Straße kaum noch Kröten wandern würden, hat den Nabu-Ortsverband und auch die Anwohner an der Von-Büllingen-Straße aufgeschreckt und auf dem Plan gerufen.

Eine Anwohnerin, die sich seit 15 Jahren in der Laichzeit täglich „mit Eimer und Taschenlampe“ um eine möglichst gefahrlose Querung der Amphibien kümmert und sicher über die Straße bringt, berichtete im Bau- und Planungsausschuss eindrucksvoll davon, dass diese Einschätzung des Gutachters mit der Wirklichkeit nichts zu tun habe. Vor einiger Zeit habe sie auch allabendlich 32 Gullideckel hochgewuchtet, um die Kröten „mit der Suppenkelle“ zu befreien, die durchs Raster gefallen waren. Seit die Stadt Krallmatten hineingehängt habe, sei das nicht mehr nötig. Sie richtete einen eingehenden Appell an die Verantwortlichen, im möglichen Baugebiet an „Querungshilfen und Trampelpfade“ für ihre Schützlinge zu denken.

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Auch der Nabu Rheinberg kritisiert den Befund des Gutachters und sagt, dass dieser seine Beobachtungen vor Ort zur falschen Zeit gemacht habe. Aufgrund der kalten, teils unwetterartigen Witterungsverhältnis seien die Wanderungen im Budberger Raum bis Ende März unterbrochen gewesen, so der Nabu.Er fordert, künftig in weitere Planungen für das Gebiet eingebunden zu werden, und spricht sich dafür aus, ein Verbot zur Versiegelung der Vorgärten auszusprechen. Der Beigeordnete Dieter Paus räumte ein, dass sich die Fachleute im Stadthaus auch über den „überraschenden Befund“ des Gutachters gewundert hätten. Er wies darauf hin, dass noch keine Beschlüsse gefasst wurden, sondern im Verfahren sondiert werde, was baulich möglich sei.

Elf Grundstücke für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sollen auf 8000 Quadratmetern entwickelt werden. Diese Fläche war ursprünglich für eine Friedhof-Erweiterung vorgesehen gewesen. Wie groß der Bedarf an Bauland ist, machte Paus an den Reaktionen nach dem RP-Bericht fest. Da habe das Telefon im Stadthaus kaum noch stillgestanden. Reihenweise hätten Häuslebauer Interesse bekundet und sich auf eine Warteliste setzen lassen wollen. Das Planverfahren soll nun mit der Erarbeitung eines städtebaulichen Entwurfs als Grundlage für die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden fortgeführt werden. Der Entwurf soll nach der Sommerpause vorgestellt werden.

(bp)