Rheinberg: Turan Akcil hat den ersten Barber-Shop in Rheinberg eröffnet

Bart- und Haarmode : Der Barbier von Rheinberg

Turan Akcil hat an der Rheinstraße 11 den ersten Barber-Shop in der Stadt eröffnet. Zur Bartpflege gehört auch das Ölen und Wachsen der Gesichtsbehaarung. Und: Auch Männer lassen sich gerne mal die Augenbrauen zupfen.

Man(n) trägt wieder Bart. Jahrelang verpönt, ist die Gesichtsbehaarung längst wieder absolut en vogue. Eine ganze Industrie hat sich auf das männliche Gesicht unterhalb der Koteletten spezialisiert und vermarktet Shampoos, Pomade, Bartöle oder andere Produkte für den Herrn. Doch „Wildwuchs“ ist nicht gefragt, fransige Zausel gelten als wenig attraktiv. „Ein schöner Bart verlangt Pflege, einen schönen Bart zu rasieren, ist ein echtes Handwerk, das gelernt sein will“, sagt Turan Akcil. Der Moerser gehört zu einer Zunft, die mit dem (Voll-)Bart ein echtes Revival erfährt: die Barbiere, neudeutsch: Barber.

Jetzt hat der 44-jährige Friseur an der Rheinstraße 11 „Turan’s Barber-Shop“ eröffnet. An fünf Plätzen dreht sich dort nicht alles, aber vieles um das Kultobjekt Bart. Zum Programm gehört der Haar- ebenso wie der Bartschnitt, die Rasur, das Zupfen der Augenbrauen mittels Fadenmethode, das Wachsen der Gesichtshärchen. Neben Chef-Barbier Turan Akcil kümmern sich zunächst zwei Mitarbeiter – Mohamed al Salami und Abdullah Mohamed – um die Belange und das Wohlbefinden der männlichen Kunden. Allesamt geschulte Barbiere. Akcil erklärt: „Ein Barbier ist auch ein Frisör, umgekehrt gilt das meist nicht.“ Das Schneiden von Bartfrisuren in exakter Abstimmung auf das Haupthaar verlange viel Erfahrung. Er selbst habe zahlreiche Weiterbildungen besucht, um diese Handwerkskunst zu perfektionieren.

Doch Akcil bietet mehr als Handwerk. Weil er möchte, dass seine Kunden den Aufenthalt genießen, bietet er in seinem Barber-Shop Wohlfühlatmosphäre. Ein Heiß- oder Kaltgetränk sowie eine ansprechender Wartebereich gehören dazu. Damen haben also keinen Zutritt? „Doch“, versichert Chef Turan Akcil und schränkt gleich schmunzelnd ein: „Aber nur Damen mit kurzen Haaren, alles andere ist aus Kapazitätsgründen nicht möglich – wir sind in erster Linie ein Barber-Shop.“

Im April 2018 eröffnete Akcil einen Barber-Shop in Kamp-Lintfort. „Schnell ist mir bewusst geworden, dass etwa ein Drittel meiner Kunden aus Rheinberg kommt“, erzählt er bei einer Tasse Kaffee und einem schmackhaften Stück Baklava, einer Blätterteig-Süßspeise. „Deshalb habe ich schon nach einem Monat beschlossen, auch hier ein Geschäft zu eröffnen.“ Das Lokal in Kamp-Lintfort betreibt nun sein bisheriger Geschäftspartner, Turan Akcil konzentriert sich voll und ganz auf Rheinberg.

Dort strömten die Kunden an den ersten beiden Tagen schon ordentlich. Und einige kennt der Chef bereits. Theo van Marwyk etwa. Der 28-jährige Rheinberger ist ganz begeistert. „Die bieten hier mehr Service und nehmen sich mehr Zeit für die Kunden. Das ist klasse“, sagt er.

Auch ein 18-jähriger Rheinberger, der seinen Namen nicht nennen möchte, war bisher im Kamp-Lintforter Laden. „Bisher hat meine Mutter mir den Bart geschnitten, jetzt lasse ich das immer mitmachen, wenn ich alle zwei bis drei Wochen zum Haareschneiden gehe“, erzählt er. Mahir Hasanonvic findet es praktisch, nicht mehr in die Nachbarstadt fahren zu müssen. „Das ist vor allem für Leute gut, die kein Auto haben“, so der 27-jährige Rheinberger. „Es gibt auch Friseure, die Bartpflege anbieten. Aber von Kollegen und Geschwistern weiß ich, dass Barbiere das besser machen.“

Turan Akcil hört solches Lob gerne, während er dem Kunden den Nacken ausrasiert. Ab und an, so weiß der ehemalige Hotelfachmann, wollen Männer auch mal unter sich sein und über Männer-Themen reden. Sie sind eingeladen, das bei ihm zu tun.

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