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Rheinberg: Türkisch-Islamische Gemeinde reagiert auf die Corona-Krise

Türkisch-Islamische Gemeinde in Rheinberg : Gebetsruf aus der Lautsprecherbox

Die Türkisch-Islamische Gemeinde in Rheinberg reagiert auf die Corona-Krise. Weil die Moschee geschlossen ist, wird Imam Halil Genç die Gläubigen im Fastenmonat Ramadan freitags über einen Lautsprecher zum Gebet aufrufen.

Auch die Türkisch-Islamische Gemeinde Rheinberg spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Moschee an der Annastraße in der Reichelsiedlung ist schon seit Wochen geschlossen, das Freitagsgebet kann nicht mehr stattfinden. Ein unter normalen Umständen sehr beliebtes Angebot, wie Muzaffer Karaca vom Vorstand der Gemeinde der RP sagte: „Im Schnitt haben wir freitags rund 250 Gäste zum Gebet.“ Jetzt hat die Türkisch-Islamische Gemeinde bei der Stadt Rheinberg beantragt, im Fastenmonat Ramadan freitags den Gebetsruf erklingen zu lassen. Karaca: „Dieser Bitte wurde durch Bürgermeister Tatzel entsprochen, und auch die katholische St.-Peter-Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Rheinberg haben hierzu ihre Zustimmung erteilt.“

Erstmals erklang der Gebetsruf am Mai-Feiertag gegen 13.30 Uhr. Bis zum 23. Mai – dann endet Ramadan – sollen diese Aufrufe immer freitags stattfinden. „Die genaue Uhrzeit richtet sich nach dem Sonnenaufgang“, so Karaca. Der Imam der Gemeinde, Halil Genç, sprach ein mehrere Minuten langes Gebet in ein Mikrofon, über einen Lautsprecher war es in der Umgebung zu hören. Muzaffer Karaca: „Wir haben vorher Flugblätter zur Information an die direkten Anwohner der Moschee verteilt und haben um Verständnis gebeten.“ In der Reichelsiedlung leben viele Muslime, nicht nur Türken. Wie Karaca sagte, beteten freitags manchmal Menschen aus acht verschiedenen Nationen in der Moschee.

  • Die Moschee an der Annastraße 69
    Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinberg : Gebetsruf am 1. Mai in Rheinberg erstmals über Lautsprecheranlage
  • Düsseldorfer Moscheen : Öffentliche Rufe zum Freitagsgebet
  • Moschee in NRW (Archiv).
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Vielerorts in Deutschland und mittlerweile europaweit finden gemeinsame Aktionen von Kirchen und Moscheen statt. Unter dem Motto „Gemeinsames Beten“  lädt die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Rheinberg deshalb dazu ein, ein Hoffnungszeichen in der Corona-Krise zu setzen. Karaca: „Auch wir möchten im Monat Ramadan allen Muslimen durch einen Aufruf zum Gebet Trost spenden.“

(up)