Rheinberg: Total real durch alle vier Jahreszeiten

Ausstellung : Total real durch alle vier Jahreszeiten

Der Kunstkreis Naroma aus Oberhausen stellt bis zum 7. November Arbeiten von acht Malern in der Stadthalle aus.

Eine neue Ausstellung empfängt nun den Besucher des Stadthauses. Mitglieder des Kunstkreises Naroma aus Oberhausen stellen aus und holen mit ihren Bildern alle vier Jahreszeiten ins Haus. Der Kunstkreis orientiert sich, wie der Gruppenname verrät, an naturalistisch-romantischer Malerei. Seine Mitglieder kommen aus dem Ruhrgebiet und sind in Städten wie Oberhausen, Bochum und Duisburg zu Hause. Der Zufall spielte mit, denn Peter Kempf, der künstlerische Leiter der Gruppe, stellte in Xanten aus und begeisterte die „Klein-Montmartre“-Besucher. Bereits zu Jahresbeginn war er dann im Stadthaus zu Gast.

Nun folgt eine weitere Ausstellung mit dem Titel „Total real“, diesmal mit den Kollegen des Naroma-Kunstkreises. Die Organisation der Ausstellung lag bei Rainer Hillebrand, der sich mit Peter Kempf die Leitung teilt. Ein Meer von Blumen ist auf den Bildern zu entdecken, naturnah oder kombiniert mit abstrakten Elementen.

Wer die See liebt, wird sich über Arbeiten von Susanne Baukloh freuen. Sie ist Seglerin und hält ihre Erlebnisse und Eindrücke fest, lädt an Strände, Buhnen und zu den Gezeiten ein. Andere Bilder zeigen einen idyllischen Bachverlauf, ein Waldstück mit Blick auf ein blühendes Rapsfeld oder verschneite Landschaften. „Die Motive finden wir überall in Deutschland“, sagt Rainer Hillebrand, der auch in England ausstellt.

Die Anlehnung der Ausstellung an die Alten Meister ist bewusst gewählt, wie auch Rainer Hillebrand bestätigt. „Die Kunst hat sich im Lauf der letzten 150 Jahre weiterentwickelt. Mit Kunst wurde experimentiert. Die Fotografie kam hinzu. Sie kann jedoch nicht die Malerei der Alten Meister, insbesondere die Porträtmalerei, ersetzen“, so Hillebrand.

Gerade die naturalistisch-romantische Malerei liefert oftmals den Stoff, an dem sich Kunstfreunde nicht satt sehen können. Oftmals stellen sich Fragen zur Darstellung und die Überlegung, wie haben Künstler jener Epoche so realistisch mit dem Hauch von Alltag malen können. Meist sind einfache darstellende Hilfsmittel benutzt worden, die den Bildern Raum und Tiefe geben, ohne dass sie an Schönheit einbüßen. Die Mitglieder des Kunstkreises haben teilweise ein Kunststudium absolviert oder aber sind später, nach dem Berufsleben, zur Malerei gekommen.

So auch Rainer Hillebrand. „Mein Vater war Malermeister, ich habe von Kindheit an gemalt, vielleicht, weil ich immer diesen Geruch von Farbe in der Nase hatte“, so Hildebrand. Seit dem Ende seiner Berufstätigkeit vor 15 Jahren bestimmt die Malerei seinen Tag. „Wir erleben oft, dass sich Menschen bei der Suche nach einem Hobby für die Kunst entscheiden“, so Peter Kempf.

Doch Jahre des Lernens sind die Voraussetzung. Einfach mit dem Pinsel in der Hand loslegen, das sei eher die Ausnahme, versichern die Maler. „Gerade in diesem Fach ist es nicht einfach, sondern verlangt viel Zeit und vor allem Erfahrung“, ergänzt Peter Kempf. Er ist für die Oberhausener Künstler-Gruppe der Ratgeber, hat Tipps zur Darstellung parat.

Die monatlichen Treffen der neun Mitglieder dienen immer wieder dazu, sich auszutauschen und die Freude an der Malerei zu genießen. Peter Kempf war Dozent an der Volkshochschule Oberhausen.

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