ÖPNV in Rheinberg Warum der Taxis-Bus eine kostengünstige Alternative ist

Rheinberg-Alpsray · Rheinbergs Klimaschutzmanagerin Niciole Weber F. Santos berichtete im To Hoop in Alpsray über das Nahverkehrsangebot. Sie stellte auch ODI, ein On-demand-Angebot, vor.

Der Taxi-Bus ist eine ÖPNV-Alternative für Alpsray.

Der Taxi-Bus ist eine ÖPNV-Alternative für Alpsray.

Foto: Pixabay

Die Einwohner von Alpsray wünschen sich seit langem eine bessere Anbindung an den ÖPNV. Daher sammelten Seniorinnen und Senioren 260 Unterschriften für die Angliederung des Ortsteils an die Rheinberger Bürgerbus-Linie. Peter Bender vom Bürgerbus-Verein erläuterte bei der Übergabe der Unterschriften: „Eine Lösung ist freilich nicht so einfach.“ Die Lage ist verzwickt, dennoch gibt es aktuell Möglichkeiten, ohne eigenes Auto in Alpsray mobil zu sein.

Nicole Weber F. Santos, Klimaschutzmanagerin der Stadt, stellte diese Alternativen in einer Infoveranstaltung in der Gaststätte To Hoop vor. Ein Problem ist, dass die Buslinie 38 zwar die Ortschaft bedient, allerdings nur außerhalb der Schulferien und auch nur von Montag bis Freitag. „Gerade ältere Menschen wissen oft gar nicht, wann Schulferien sind“, so Nicole Weber, die die Lösung dieses Problems gleich hinterherschiebt: „Der Bus 38 wird am Samstag und in den Ferien durch ein Taxi-Bus-Angebot ersetzt. Wer damit fahren will, muss mindestens 30 Minuten vorher, gerne auch früher, die Hotline der NIAG unter 02841 8822444 (täglich von 6.30 - 22.30 Uhr) anrufen. Wer den Service nutzen möchte, muss Start- und Zielhaltestelle nennen und die Anzahl der Personen angeben, die mitfahren. Dann kommt ein Taxi zur im Fahrplan angegebenen Zeit zur Haltestelle und fährt die angemeldeten Passagiere auf der Buslinie.

Die Bezahlung der Fahrt erfolgt wie im Bus mit einem ganz normalen Ticket, dass vorab besorgt werden muss, etwa bei der Post in Rheinberg oder am Fahrkartenautomaten. Monatskarten oder das Deutschlandticket gelten ebenfalls. Eine Ideallösung ist das natürlich nicht, weiß Nicole Weber: „Wenn viele Leute diese Möglichkeit nutzen, wird es der NIAG vielleicht zu teuer und sie lassen den Bus wieder fahren.“

Etwas bequemer und deutlich flexibler ist das „on Demand“ oder Bedarfs-Angebot ODI. Der Verkehrsversuch ODI läuft noch bis Ende dieses Jahres und wird vom Land NRW mit 75 Prozent bezuschusst. Hier können Fahrtwünsche innerhalb der wir4-Städte Rheinberg, Moers, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort über eine App oder telefonisch unter 02841 205 555 angemeldet werden. Das „Taxi auf Abruf“ bündelt räumlich und zeitlich passende Fahrtanfragen, die dann zu einem reduzierten Fahrtpreis bedient werden. „Sie müssen also damit rechnen, dass fremde Leute ins Taxi zusteigen“, so Weber. Dafür ist die Fahrt mit dem ODI-Taxi deutlich preiswerter, denn die Strecken werden nach Länge der Luftlinie zwischen Start- und Zielort berechnet. Eine Entfernung von sechs Kilometer schlägt mit 5,20 Euro zu Buche und das auch nur für die erste Person im Taxi. Wer als zweiter zusteigt, zahlt die Hälfte, der dritte nur noch ein Viertel des Fahrpreises. Zudem gibt es 25 Prozent Rabatt für Inhaber einer VRR-Monatskarte oder dem Deutschlandticket.

Gebucht werden können die Fahrten ganz bequem über die ODI-App oder die Hotline 02841 205555. Aus rechtlichen Gründen dürfen ODI-Passagiere nicht an der Haustüre abgeholt werden, sondern müssen zu einem vereinbarten Treffpunkt kommen, der in der Regel aber kaum mehr als 50 Meter entfernt ist. Kommt es auf Pünktlichkeit an, hat Nicole Weber einen Tipp: „Geben sie bei der Buchung statt der Abholzeit die gewünschte Ankunftszeit an, dann klappt es.“

(erko)
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