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Rheinberg sucht Paten für seine Bäume

Naturschutz : Rheinberg sucht Paten für seine Bäume

In den heißen Sommern der vergangenen Jahre haben viele Bäume gelitten, weil sie zu wenig Wasser bekommen haben. Die Stadt sucht nun freiwillige Helfer, die im Frühjahr regelmäßig gießen. 

Insgesamt 85 Bäume sind im vergangenen Winter in den Rheinberger Ortsteilen und auf dem neuen Teil des Friedhofs Annaberg gepflanzt worden. Dennoch ist an vielen Stellen nicht zu übersehen: Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre infolge des Klimawandels haben den Bäumen arg zugesetzt. Der Boden bleibt auch bis in tiefere Schichten ausgetrocknet, Wassermangel macht sie anfällig für Krankheiten. Manch‘ grüner Schattenspender hat das nicht überstanden.

Mit Neupflanzungen steuert die Stadt Rheinberg dagegen, doch auch die Wasser- und Nährstoffversorgung der jungen Gehölze muss gesichert werden. Deshalb sucht die Stadt Rheinberg Baumpflegepaten. „Mehr als 20 Bürger haben bereits signalisiert, dass sie eine Patenschaft übernehmen möchten und sich kümmern“, sagte jetzt der Betriebsleiter des Dienstleistungsbetriebs, der Technische Beigeordnete Dieter Paus. Möglichst viele weitere „Gießpaten“ sollen folgen, um den Bäumen dabei zu helfen, gut durch die Wachstumsperiode zu kommen. Mit ausreichend viel Wasser. Dabei geht es um die Bäume im gesamten Stadtgebiet, die – von Wallach bis Vierbaum – nahezu an jeder Straße und in jedem Wohnsiedlungsbereich zu finden sind.

 So sehen die Wassersäcke aus. Hier bewässert der DLB einen Baum an der Rheinstraße in Rheinberg. 
  RP-Foto: up
So sehen die Wassersäcke aus. Hier bewässert der DLB einen Baum an der Rheinstraße in Rheinberg. RP-Foto: up Foto: Uwe Plien
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„Anders als Bäume im Park oder Wald haben diese keinen großen Wurzelbereich“, erläutert Paus. Eine Folge: Der Wasserhaushalt ist schnell gestört. Und davon sind quasi alle gepflanzten Baumarten gleichermaßen betroffen. Bestimmte „Mimöschen“ unter den Arten ließen sich nicht ausmachen.

Junge Bäume benötigen in der Wachstumsphase zwischen März und Ende Juli je nach Witterung rund 50 bis 70 Liter Wasser pro Woche. „Das entspricht in etwa einer Gießkanne pro Tag“, rechnet Paus um. Die größeren Exemplare kommen auf 100 bis 150 Liter in der Woche, sodass sich – sofern möglich – eine Bewässerung mit dem Gartenschlauch anbietet.

Für die Bewässerung kleiner Bäume hingegen eignen sich Wassersäcke, die am Baumstamm befestigt und befüllt werden. „Diese stellen wir unseren Paten natürlich zur Verfügung – zusammen mit einem Leitfaden mit einigen Tipps und Hinweisen“, sagt Dieter Paus. Auf Wunsch erhalten die Baumpflegepaten außerdem Blumenzwiebeln, mit denen die Baumscheiben bis Ende Oktober oder Anfang November bepflanzt werden können. Zudem erhalten sie mit der Lieferung der Wassersäcke und der Blumenzwiebeln auch fünf Grünschnittsäcke für anfallendes Laub.

Einen besonders grünen Daumen beziehungsweise besondere Kenntnisse benötige man nicht, um Baumpflegepate zu werden, versichert der Technische Beigeordnete Paus. Viel wichtiger seien Zuverlässigkeit und nachhaltiges Engagement. „Hier wird aber nun niemand kontrolliert“, betont er. Die Stadt setzt auf möglichst dauerhafte Mithilfe der Bürger. Ob jemand nur einen einzelnen Baum „betreue“ oder gleich die Patenschaft für mehrere Exemplare übernehme, sei nicht entscheidend. Am Ende zählt jeder Baum.

Rheinberg gilt nach wie vor als eine der waldärmsten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Deshalb zählt jeder Baum im Stadtgebiet. Denn Bäume wandeln Kohlendioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) um; zudem filtern die Blätter Staub und Partikel aus der Luft und reinigen diese. Wälder und Bäume sind also so etwas wie die grüne Lunge. In Rheinberg soll sie erhalten und erweitert werden.

(nmb)