Stadt sperrt Straßen an Schulen Rheinberg will Eltern-Taxis ausbremsen

Rheinberg · Die Stadt Rheinberg will zeitweise die Straßen an Schulen sperren. Elterntaxis können dann nicht direkt vors Gebäude fahren. Deshalb werden Hol- und Bringzonen eingerichtet. An welchen Schulen die Zufahrten gesperrt werden – eine Übersicht.

Viele Eltern bringen ihre Kinder bis ans Schulgebäude. Das führt dann oft zu chaotischen Verkehssituationen. Die Stadt Rheinberg will das ändern (Symbolfoto).

Viele Eltern bringen ihre Kinder bis ans Schulgebäude. Das führt dann oft zu chaotischen Verkehssituationen. Die Stadt Rheinberg will das ändern (Symbolfoto).

Foto: Georg Salzburg

Auch in Rheinberg haben sich Eltern-Taxis zu einem zunehmenden Verkehrsproblem entwickelt. Schulleitungen, Stadtverwaltung und Polizei stellen fest, dass die Zahl derjenigen Eltern, die ihre Töchter und Söhne morgens mit dem Auto bis unmittelbar vor das jeweilige Schulgebäude fahren, zugenommen hat. Das soll nun geändert werden.

Deshalb sperrt die Stadt Rheinberg in der Woche ab Montag, 18. September, zunächst probeweise zeitweilig die Straßen an Schulen. An der Aktion beteiligen sich am Montag, 18. September, die Grundschule am Rheinbogen (Budberg und Orsoy), am Mittwoch, 20. September, die Grundschule am Deich (Wallach), am Donnerstag, 21. September, die Grundschule St. Peter sowie am Freitag, 22. September, das Schulzentrum an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße mit der Europaschule und dem Amplonius-Gymnasium. Die Straßen werden kurz vor und kurz nach Schulbeginn für eine kurze Zeit für Autos gesperrt, das Halten ist dort dann nicht mehr möglich.

Eltern erhalten von den Schulen ein Elterninformationsblatt, in dem auf die eingerichteten Hol- und Bringzonen verwiesen wird. Nach einer Auswertung sollen Schulstraßen eventuell dauerhaft in Rheinberg etabliert werden. Darüber wird noch entschieden. Die Stadt führt diesen Versuch innerhalb ihrer Mobilitätswoche durch, die am Samstag mit einer Aktion in der Innenstadt eröffnet wurde.

Auch der ADAC sieht Eltern-Taxis kritisch. „Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Dabei gibt es fast immer bessere und sicherere Alternativen zum so genannten Eltern-Taxi“, teilte der Automobilclub mit. Vor vielen Schulen herrsche morgens ein Verkehrschaos. Grundschüler sollten besser zu Fuß gehen. „Mütter und Väter wollen nur das Beste für ihre Kinder – mit dem Eltern-Taxi schießen sie allerdings häufig übers Ziel hinaus“, so der ADAC. Durch Überbehüten verzögere sie die Entwicklung ihres Nachwuchses hin zu selbstständigen Verkehrsteilnehmern. Und mit dem Halten an Bushaltestellen, im Halteverbot oder in zweiter Reihe behinderten sie den Verkehr.

Laut einer ADAC Umfrage zur Schulwegsicherheit vom Frühjahr 2023 geht die Hälfte der Schulkinder fast immer zu Fuß in die Schule beziehungsweise zur Haltestelle. Ein Viertel nutzt meist den Schulbus, gut jeder beziehungsweise jede Fünfte einen Linienbus. Je nach Jahreszeit fahren rund 14 bis 20 Prozent der Schulkinder meist mit dem Rad, und 17 bis 22 Prozent werden mit dem Auto zur Schule gebracht – das so genannte Elterntaxi. Von diesen steuerten 57 Prozent direkt das Schulgebäude an, nur 27 Prozent eine Elternhaltestelle – häufig existieren diese gar nicht.

Die überwiegende Mehrheit der Eltern beurteile Elterntaxis negativ, auch ein relativ großer Anteil der Eltern, die selbst regelmäßig als Eltern-Taxi unterwegs sind. Insgesamt sagten 59 Prozent der Eltern, dass durch Eltern-Taxis gefährliche Verkehrssituationen entstehen.

(up)