Rheinberg Stadt muss Radwegstreifen auf der Xantener Straße ausradieren

Verkehr in Rheinberg : Malerarbeiten auf der Xantener Straße

Die Markierungen für Radler auf der Fahrbahn kommen wieder weg. Stattdessen gibt es grünes Licht für zwei Zebrastreifen – einen am Altenpflegeheim Wiesenhof und einen zwischen Europaschule und Discounter-Standort.

Auf der Xantener Straße stehen umfangreiche Malerarbeiten an. Die werden das Bild nachhaltig verändern. Die umstrittenen durchgezogenen Linien, die dem Radfahrer, der auf der Fahrbahn strampeln möchte, seine Spur weist, kommen wieder weg. Darauf hat die Verwaltung den Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend hingewiesen. An anderer Stelle der zentralen Achse, die täglich von Schülern bevölkert wird, wird Farbe auf den grauen Asphalt aufgetragen.

Der Ausschuss hat beschlossen, an zwei Stellen durch Zebrastreifen den Wechsel von einer zur anderen Straßenseite sicherer zu machen. Einen Überweg in Höhe der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße hin zum Schulzentrum dagegen erteilen die Fachbehörden eine Absage. Außerdem soll ein weiterer Abschnitt dazukommen, auf dem Tempo 30 gilt. Das nennen insbesondere die Grünen eine suboptimale Lösung. Sie halten durchgängig Tempo 30 von der Stadtmitte bis zur Ampel an der L 137 für zielführender.

Mit seiner Bemerkung, dass die Entscheidungsvorlage aus dem Fachbereich Ordnung in „Zeiten der Verkehrswende“ vornehmlich aus der Perspektive des Autofahrers geschrieben worden sei und die Radler eher „stiefmütterlich“ betrachte, brachte Grünen-Sprecher Jürgen Bartsch Farbe in die Debatte. Das wollte Fachbereichsleiter Jonny Strey nicht unwidersprochen lassen. Eine Straßenverkehrsbehörde sei nun mal keine Erfüllerin politischer Wünsche, sondern bewerte Dinge sachlich auf der Grundlage von Gesetzen. „Wir haben also nichts anderes getan, als die Anträge zur Xantener Straße nach Recht und Gesetz zu prüfen.“ Punkt. Bartsch konterte, dass es ihm keineswegs um ein „Bundesbeglückungsprogramm“ gehe, sondern um die „Leichtigkeit des Verkehrs“ für alle Beteiligten.

Die Polizei indes hat erhebliche Bedenken gegen Zebrastreifen. Die sieht den Verkehrsfluss auf der Xantener Straße dadurch gestört und erkennt keinen Handlungsbedarf. Den hat die Verwaltung in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde im Kreishaus am Altenheim Wiesenhof ausgemacht. Hier müssten viele ältere Menschen mit gesundheitlichen Handicaps die Straße queren. Auch zwischen Europaschule und den Discountern, so sind die Behörden übereingekommen, sei einen Überwegmarkierung hilfreich. Die vorhandene Querungshilfe davor soll abgebaut werden, um ein eindeutiges Angebot zu machen, wo Fußgänger die Straße passieren sollen.

Bei Betrachtung einer Tempobremse, erläutert die Verwaltung, dass die nur da angeordnet werden könne, wo konkrete Gefahr erkennbar sei, also ein objektiver Grund für die Beschränkung des fließenden Verkehrs. Auch hier sieht die Polizei keinen Handlungsdruck, heißt es. Dennoch: Wenn die Eoropaschule ihren Seiteneingang zur Xantener Straße hin öffne, ergebe hier nicht nur der Zebrastreifen Sinn, sondern auch Tempo 30 wie bereits auf dem Teilstück am Wiesenhnof.

Radwege-Streifen, die die Stadt in Eigenregie aufgetragen hat, betrachtet die Polizei als gefährlich. Die Auffassung teilt auch das Straßenverkehrsamt. Das hat angeordnet, die gestrichelte Linie wieder auszuradieren. Das würde keine nennenswerten Kosten verursachen, sagte Bürgermeister Frank Tatzel.

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