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Rheinberg: Sperrmüll-Berge in der Corona-Krise

Dienstleistungsbetrieb Rheinberg : Sperrmüll-Berge in der Corona-Krise

Viele Rheinberger nutzen die Zeit zu Hause, um auszumisten. Mit der Folge, dass der Dienstleistungsbetrieb Sondertouren einlegen muss. In einigen Abfuhrbezirken hat sich das Müllaufkommen verdoppelt.

Die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen bescheren vielen Menschen mehr Freizeit. Holger Beck, Leiter des Rheinberger Dienstleistungsbetriebs, weiß, wozu das führt: „Die Leute räumen Keller, Dachböden, Gartenhäuser und Garagen auf und misten aus, weil sie mehr Zeit haben. Das bedeutet für uns: Extratouren, wir arbeiten seit März am Limit.“ Immerhin: Seit die Müllverbrennungsanlage Asdonkshof in Kamp-Lintfort wieder geöffnet sei, habe sich die Lage ein wenig entspannt. Denn nun kann man dort auch wieder Sperrmüll loswerden.

Sechs Abfuhrbezirke gibt es im Stadtgebiet, und üblicherweise steuern die Leute vom DLB jeden davon einmal pro Monat an, um den zuvor angemeldeten Sperrmüll abzuholen. „In den vergangenen Wochen“, so Beck, „haben wir schon elf Sonderfahrten hinter uns gebracht.“ In den Innenstadtbezirk mit der Reichelsiedlung schickt der DLB-Leiter schon unter Normalbedingungen zwei Wagen mit jeweils drei Mann an Bord. Jetzt fällt dort die doppelte Menge an. Zumindest vom Volumen her. Ob sich das umgerechnet in Tonnen bestätigt, könne er erst nach der Auswertung sagen.

  • Diese Bild dokumentiere den Handlungsbedarf, so
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  • Jörg Köhler (links im grauen Shirt)
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  • Aziz Bejtulovski (links) und Markus Petry
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So tun die Müllwerker, was sie können. Holger Beck: „Wir gucken immer, für welchen Bereich wie viele Anmeldungen vorliegen. Haben wir noch Kapazitäten frei, rufen wir die Leute an und sagen, dass wir früher kommen können.“

Drei Kubikmeter Sperrmüll sind zulässig. Steht mehr an der Straße, bleiben ausrangierte Schränke, Stühle und Betten stehen. Beck: „Das geht leider nicht anders, alles andere wäre ungerecht.“ Mache man sich aber die Mühe, große Teile auseinander zu schrauben, reduziere sich das Volumen sehr schnell. 75 bis 80 Haushalte müssen durchschnittlich pro Tour bedient werden, sonst geht die Rechnung nicht auf.

Auch die Abfuhr von Wertstoffen hat erheblich zugenommen, denn beim Auf- und Ausräumen stellt der eine oder andere fest, dass er alte Fernseher, Videorekorder oder Stereoanlagen im Keller stehen hat, die bereits Staub angesetzt haben und für die es keine Verwendung mehr gibt. Holger Beck: „Das Wertstoffmobil fährt an drei Tagen in der Woche in Rheinberg und ist einmal in Kamp-Lintfort unterwegs.“

Der DLB-Chef weist auf einen weiteren Effekt hin: „Weil viele Geschäfte geschlossen waren, ist viel mehr im Internet bestellt worden. Dadurch steigt auch die Menge an Kartons und Altpapier. Auch das stellt uns vor echte Herausforderungen.“ Der DLB weist darauf hin, dass in der Vergangenheit Hauseigentümer oder Mieter vermehrt die Sperrmüllabfuhr genutzt hätten, um Bauelemente in größerem Umfang zu entsorgen oder eine komplette Haushaltsauflösung durchzuführen, oft mehr als drei Kubikmeter. Die Liste der zulässigen Gegenstände ist überarbeitet worden, teilte die Stadt mit. Nicht mehr mitgenommen werden ab sofort Türen, Zargen, Fußleisten, Laminat, Parkett, Fußbodendielen, Decken- und Wandverkleidungen, Granitarbeitsplatten und Holzlatten. Abrufbar ist die Liste unter www.rheinberg.de.

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