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Rheinberg: SPD will neu durchstarten

Kommunalpolitik in Rheinberg :  Jünger und weiblicher – SPD will neu durchstarten

Nach der schmerzvollen Klatsche bei der Kommunalwahl hat sich die Fraktion geschüttelt und blickt hoffnungsvoll nach vorne. Jünger, weiblicher, kreativer – so wollen die Sozialdemokraten mitgestalten.

Am 2. Februar tagt erstmals der Ausschuss für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur. Mit einem neuen Vorsitzenden: Philipp Richter. Der junge SPD-Fraktionsvorsitzende, gerade 27 Jahre alt geworden, freut sich auf die politische Arbeit und darauf, Akzente setzen zu können.

Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung beziehungsweise Stadtmarketing – „das sind drei Bereiche, die perfekt zusammenpassen“, sagt Richter, der betont, sich energisch gegen Pläne gewehrt zu haben, die Bausteine dieses Ausschusses auseinanderzureißen. „Es geht auch darum, wie wir die Innenstadt retten können. Gerade mit kulturellen Angeboten holt man die Menschen in die Innenstädte. Auch deshalb darf an der Kultur nicht gespart werden.“ Die Ausstellung „Alltagsmenschen“ habe im vergangenen Jahr gezeigt, dass sich Rheinberg durchaus beleben lasse, wenn nur gute Ideen da sind. Philipp Richter: „Rheinberg hat Potenzial. Da geht was.“

Eines City-Managers bedürfe es nicht unbedingt. Der Sozialdemokrat: „Ich finde die Idee, eine solche Stelle zu installieren, grundsätzlich gut. Aber vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage ist das kaum zu realisieren.“ Er glaube, dass sich eine Eigendynamik entwickeln könne.

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  • Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jochen Bilstein.
foto: moll
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Gestalten, die Stadt kreativ nach vorne bringen – das möchte Philipp Richter nicht nur mit dem Ausschuss. Das hat sich die ganze Rheinberger SPD zum Ziel gesetzt. „Wir haben uns verjüngt, wir sind weiblicher geworden und wir wollen Rheinbergs Zukunft planen und mitgestalten“, sagt der Politikwissenschaftler. „Wir haben viele Ideen in der Pipeline.“ Nach der Wahlschlappe, die die SPD bei der Kommunalwahl erlitten hat, gehe es jetzt wieder bergauf. Richter: „Wir haben eine starke Juso-Truppe, es gibt viel positive Resonanz und es ist erstaunlich, von wie vielen Menschen man plötzlich angesprochen wird, wenn man im Rat mitarbeitet. Das macht sehr viel Freude und motiviert. Die Zukunft gehört uns.“

Richter ist Fraktionsvorsitzender und musste in dieser Position schnell feststellen: „Ich habe unterschätzt, wie groß der Aufwand an Verwaltungsarbeit ist. Das ist schon enorm.“ Ihm sei klar, „dass wir auch Fehler machen werden, aber damit müssen wir offensiv umgehen. Schließlich lernen wir ja auch daraus“. Er hoffe, dass die politische Debattenkultur in den Ausschüssen und im Rat so konstruktiv bleibe wie in den ersten Sitzungen. Philipp Richter: „Eine gute Streitkultur kann die politische Arbeit zu einem Demokratieerlebnis machen. Wir jedenfalls wollen das Heft des Handelns in die Hand nehmen.“

Fraktion Die SPD hat Federn gelassen. Statt 14 wie in der vergangenen Ratsperiode gehören der Fraktion jetzt nur noch neun Stadtverordnete an. Philipp Richter ist neuer Fraktionsvorsitzender. Er hat Jürgen Madry abgelöst, der in den politischen Ruhestand gegangen ist. Richter ist Vorsitzender des Ausschusses für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, gehört aber auch dem Schulausschuss und dem Jugendhilfeausschuss an.