Rheinberg: SPD will Klarheit über neuen Betreuungsdienst European Homecare

Orsoy : SPD will Klarheit über Betreuungsdienst

European Homecare übernimmt in der ZUE Orsoy. Das Unternehmen sorgte für Negativ-Schlagzeilen.

Die Rheinberger SPD sieht den Wechsel des Betreuungsdienstes in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) im ehemaligen Orsoyer Krankenhaus mit Skepsis. Wie berichtet, hatte das Land als Betreiber der Flüchtingsunterkunft den Betreuungsdienst neu ausgeschrieben. Der Vertrag mit den Maltesern, die sich seit 2017 um das Wohl der Bewohner und auch der Menschen, die sie ehrenamtlich betreuen, gekümmert haben, ist nicht verlängert und war neu ausgeschrieben worden. Nun kommt das private Essener Unternehmen European Homecare zum Zuge.

„Ein Unternehmen, das in der Flüchtlingsbetreuung nicht unbelastet ist“, wie Peter Tullius, Vorsitzender des Rheinberger SPD-Ortsvereins, sagt. „European Homecare hat in den vergangenen Jahren mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. Mal ging es um die Nicht-Einhaltung von Standards, mal um schimmeliges Essen, mal um Übergriffe auf Flüchtlinge, mal um die Bevorzugung bestimmter religiöser Gruppen unter den Bewohnern. Das gibt uns zu denken. Wir wollen, dass es in Orsoy gut läuft. Und bei den Maltesern lief es gut.“

Die SPD will wissen, warum das Land einem Unternehmen, dem ein solcher Ruf vorauseilt, den Zuschlag gibt. Und das obwohl, so Tullius, das Land den Essenern auch schon Aufträge an anderen Stellen entzogen habe, weil sich das Unternehmen nicht an Vorgaben gehalten habe.

Die SPD hat nun ihren Landtagsabgeordneten René Schneider eingeschaltet. Der hat sich mit seinen SPD-Kollegen Frank Börner (als Duisburger Landtagsmitglied auch für Orsoy und Budberg gewählt) und den Moerser Ibrahim Yetim zusammengetan. Yetims Unterstützung wird besonders hoch geschätzt, weil er als Mitglied im Integrationsausschuss des Landtags eine große Nähe zum Thema hat. Peter Tullius: „Über unsere Abgeordneten läuft eine Kleine Anfrage an den Landtag.“ Die SPD geht davon aus, dass der Betreuerwechsel deshalb vollzogen wird, weil European Homecare für weniger Geld arbeitet und möglicherweise Dumping-Methoden anwendet. SPD-Mann Philipp Richter: „Wir wollen wissen, warum das Land sich in der Orsoyer Einrichtung von einem bewährten Konzept abwendet.“ Und der Wechsel auch noch zur Folge hat, dass die Einrichtung jetzt vorübergehend leergezogen wird und die 180 Bewohner in anderen ZUEs untergebracht werden müssen.

Peter Tullius: „Wir erwarten, dass die Bezirksregierung als Betreiberin der Einrichtung die Standards des neuen Sozialbetreuungsdienstes besser überprüft als in anderen Einrichtungen und sofort gegensteuert, wenn es auch nur die kleinsten Hinweise darauf gibt, dass in Orsoy nicht nach den vereinbarten Vorgaben gearbeitet wird.“