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Rheinberg: SPD legt Finger in die Wunde Personalnot im Jugendamt

Stress im Rheinberger Stadthaus : SPD legt offen: Jugendamt hat ein Personalproblem

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses macht sich Unmut breit, weil die SPD die Verwaltung mit Anträgen überflutete und schlecht aussehen ließ. Deutlich aber wurde: Die Personalnot ist weiter groß.

Es war eine eigenartige Sitzung, die der Jugendhilfeausschuss in dieser Woche im Rheinberger Stadthaus mehr als drei Stunden lang abgehalten hat. Eigenartig vor allem deshalb, weil eigentlich keine strittigen Entscheidungen anstanden. Gestritten wurde dennoch, überwiegend unterschwellig – zwischen den Zeilen. Die Kontrahenten: Die SPD mit dem Ausschussvorsitzenden Friedhelm Kung und Iris Itgenshorst, die als Dezernentin für den Fachbereich Jugend in den Ring stieg – mit Bürgermeister Dietmar Heyde als ihrem Sekundanten.

Die Sozialdemokraten drängten die Verwaltung mit gleich fünf Anträgen immer wieder in die Defensive, so sehr, dass sich vernehmbarer Unmut in den anderen Fraktionen breit machte. Einige hegten gar den Verdacht, dass hinter der Marschroute der Genossen Methode stecke und der Versuch, die Verwaltung vorzuführen, sie immer wieder zu drängen, Abbitte zu leisten.

So waren der SPD die Ausführungen der Verwaltung über Maßnahmen zum Schutz gegen Kindswohlgefährdung zu dünn. Mehr sei aufgrund der Personalmisere nicht drin. Wenn man Statistik betreibe, bleibe keine Zeit mehr für Kinderschutz, so die tapfer ihr Team verteidigende Beigeordnete. Ähnliches Bild bei der nachdrücklichen Forderung nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Kinder- und Jugendförderplan, der 2012 aktualisiert werden sollte aber bis heute aussteht. Auch dazu fehle das Personal. Nach dem Muster ging‘s eine ganze Weile. Sachlich ging‘s bei den von der SPD aufgeworfenen Fragen nicht vorwärts, stattdessen wuchs der Frust.

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Trotz alledem – das grundsätzliche Problem lohnt alle Mühen: Den Bereich Jugendhilfe im Stadthaus wieder so aufzustellen, dass alles rund läuft und auch die SPD wieder so ruhig schlafen kann wie der Bub im Maxi-Cosi am Tisch von Sophie Lubczyk von den Grünen.

Ihre Meinung? Schreiben Sie mir! bernfried.paus@rheinische-post.de

(bp)