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Rheinberg: Sieben Müllsäcke in der Fossa wild entsorgt

Lineg-Gewässer in Rheinberg : Unbekannte entsorgen Müllsäcke in der Fossa

Sieben vollgepackte Müllsäcke und anderer Unrat treiben in der Fossa Eugeniana hinter dem Rheinberger Edeka-Markt. Die Lineg will sich darum kümmern.

Werner Kehrmann, unter anderem Mitglied im Vorstand des Rheinberger Heimatvereins, traute seinen Augen nicht. Als er von der Fossa-Brücke zwischen dem Bahnhof und dem Edeka-Markt Richtung Kreisverkehr Römerstraße schaute, konnte er nur noch mit dem Kopf schütteln. Kehrmann sah sieben voll gepackte blaue Mülltüten sowie anderen Dreck, der offenbar wild im Wasser des Kanals entsorgt worden war. „Durch die künstliche Verengung des Kanals bleibt jeder Dreck hängen, und die Fossa wächst von den Seiten immer mehr zu“, bemängelt er. Was den Geschichtsfreund besonders sauer macht: „Die Fossa Eugeniana, das größte Bodendenkmal in NRW, wird einfach so verunreinigt. 2026 wird diese künstliche Wasserstraße 400 Jahre alt. Durch den Kohleabbau hat sich schon die Fließrichtung geändert.“

Die Fossa Eugeniana war eine Kanalverbindung zwischen dem Rhein bei Rheinberg (Eingangsschleuse) und der Maas bei Venlo – eine Strecke von 50 Kilometern. Die Spanier haben 1626 mit dem Bau begonnen. Im Endausbau sollte es eine Verbindung von Venlo zur Schelde bei Antwerpen werden. Ziel war es, alternative Handelswege zu schaffen und dadurch Städte wie Amsterdam und Rotterdam in der jungen niederländischen Republik wirtschaftlich zu treffen.

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Tausende Menschen arbeiteten am Kanal. Wegen holländischer Angriffe mussten die Arbeiten immer wieder eingestellt werden. Als niederländische Truppen am 2. Juni 1633 Rheinberg eroberten, war dies das endgültige Aus für den Kanalbau. Schon um 1629 waren die Baumaßnahmen eingestellt worden – auch aus finanziellen Gründen.

Die Lineg, zuständig für die Fossa, will in Kürze den Müll aus dem Wasser holen und entsorgen.

(up)