Rheinberg: Schulen besser vor Einbrüchen schützen

31 Laptops gestohlen: Entsetzen nach Einbruch in Millinger Grundschule

Aus der Millinger Grundschule sind insgesamt 31 neue Laptops gestohlen worden. Der Schaden ist immens. Auch andere Schulen berichten von Einbrüchen. Die Politik will nun Maßnahmen ergreifen.

Erst vor wenigen Tagen war die Welt an der Grundschule am Bienenhaus in Millingen noch in Ordnung. Rektorin Jasmin Brune und ihr Kollegium freuten sich über einen komplett neu eingerichteten Computerraum. „Wir waren zwei Wochen lang im Glück des IT-Himmels“, schilderte Jasmin Brune jetzt im Schulausschuss. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Einbrecher drangen in den Kellerraum ein und stahlen die von der Stadt zuvor angeschafften nigelnagelneuen Laptops. 30 an der Zahl, jedes einzelne im Wert von rund 600 Euro. Der Schock war genau so groß wie der Schaden. Zu allem Überfluss gab es drei Tage später einen zweiten Einbruch in die Schule. „Dabei wurde dann noch ein weiterer Rechner gestohlen, mit dem die Schule am Deich in Wallach uns ausgeholfen hatte“, sagte Jasmin Brune. Neben den Rechnern wurden auch zwei Tresore gestohlen, einer davon samt Bodenplatte. Sämtliche Schränke wurden aufgebrochen, der gesamte Elektrostromkreislauf gekappt.

Für ihre Schule ist der Einbruchdiebstahl eine Katastrophe. „Wir haben lange darauf hingearbeitet und sind dabei, unsere Unterrichtskonzepte so umzustellen, dass das Arbeiten mit Rechnern eine große Rolle spielt.“ Statt dies nun zu vertiefen, muss Jasmin Brune mit viel Papierkram für die Stadtverwaltung und die Versicherung erledigen. „Das wirft uns zurück“, sagt die Pädagogin.

Im Schulausschuss betonte Brune ihre größte Sorge: „Wir haben große Angst davor, dass so etwas wieder passiert. Die Schulgebäude müssen dringend besser gesichert werden.“ Andere Schulleiter wie Gabi Krekeler von der St.-Peter-Grundschule stimmten Jasmin Brune zu. Denn auch an St. Peter gab es schon Einbrüche ins Schulgebäude. Gabi Krekeler: „Wir müssen Maßnahmen ergreifen. Und wir brauchen ein Konzept.“ Innerhalb von rund zwei Wochen, so war zu erfahren, gab es neben den beiden Einbrüchen in die Millinger Grundschule und den in die St.-Peter-Schule weitere in die Grundschule Rheinberg, in das Jubo-Heim und den St.-Martin-Kindergarten in Bönninghardt, in einen Kindergarten in Menzelen und den Kindergarten in Birten.

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Die Politik sieht Handlungsbedarf. „Wir müssen uns Gedanken machen“, sagten übereinstimmend Erich Weisser (CDU), Barbara Ettwig (Grüne) und Herbert Becker (FDP). Friedhelm Kung (SPD) regte an, schon jetzt zu vermerken, dass bei den nächsten Haushaltsberatungen über erforderliche Mittel gesprochen wird.

Polizeisprecher Timm Wandel sind die Fälle in Millingen bekannt. „Einbrüche in Schulgebäude gibt es immer wieder“, sagte er. „Das liegt sicher auch daran, dass mittlerweile bekannt ist, dass es dort Computerräume gibt.“ Einbrüche allerdings, die so schlimm waren wie in Millingen, habe es seines Wissens nach in den vergangenen rund eineinhalb Jahren im Kreisgebiet nicht mehr gegeben.

Die Polizei ist dankbar für Hinweise. Vielleicht würden Laptops aus der Schule am Bienenhaus zum Kauf angeboten. Wer zur Aufklärung dieser oder einer anderen Tat beitragen kann, kann sich unter Telefon 0281 1070 bei der Polizei melden.

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