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Rheinberg: Schülerinnen der Dom-Musikschule Xanten zeigen Tanzwerkschau

Rheinberg : Wenn Maikäfer und Erdmännchen tanzen

120 Tanzschülerinnen der Dom-Musikschule Xanten zeigten in der Stadthalle ihr Können. Ihre Tanzwerkschau begeisterte rund 450 Zuschauer.

(RP) Die Tanzwerkschau der Xantener Dom-Musikschule zählt seit über 20 Jahren zu den Highlights im vielfältigen Programm der Rheinberger Stadthalle – und das nicht nur für das Publikum. „Die Werkschau ist der absolute Höhepunkt für die Tanzgruppen. Die Choreographien werden das ganze Jahr über für diesen Auftritt einstudiert. Die Kinder leben förmlich die Bühne“, sagt Thomas Brezinka, Leiter der Dom-Musikschule.

Unter den 130 Mitgliedern der Tanzgruppen sind auch viele Erwachsene, die entweder irgendwann wieder eingestiegen sind oder über ihre Kinder den Spaß am Tanzen entdeckt haben. Größter Beliebtheit erfreuen sich bei den Hobbytänzern nach wie vor Modern Dance, Hip Hop und alle Jazztänze. Unter der Leitung von Annette Piscantor-Lux boten die rund 120 Tanzschüler dem Publikum nun bis zum grandiosen Finale 16 ausgefeilte Choreografien der verschiedensten Leistungsgrade, Altersklassen und Stile.

Unterstützt wurden sie von Giselher Dahmen, der die Vorführungen mit stimmungsvoller Licht- und Tontechnik erstklassig in Szene setzte. Für das gelungene Bühnenbild sorgte Gabriele Kremer. Dahinter breitete sich kurz vor Beginn der Aufführung das Lampenfieber aus. „Ich bin zum vierten Mal dabei und immer noch ganz schön nervös“, erzählt Lina Bullmann aus der Modern Dance M-Gruppe für neun- bis elfjährige. Verständlich bei einer Kulisse von rund 450 Menschen, auch wenn es sich dabei überwiegend um Freunde, Verwandte und Bekannte handelte.

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Den Auftakt machten die drei- bis fünfjährigen „Erdmännchen“ in tollen Kostümen mit einer tänzerischen Darstellung der beliebten Tiere. Wie alle Gruppen der Werkschau waren auch sie ausschließlich mit weiblichen Mitgliedern bestückt. „Jungen und Männer interessieren sich einfach nicht fürs Tanzen, das müssen wir akzeptieren“, erklärt Brezinka. Ebenfalls noch in der tänzerischen Früherziehung befinden sich die „Maikäfer“, die mal hilflos auf dem Rücken strampelten, mal emsig über die Bühne summten. Dafür erhielten sie einen ersten großen Szenenapplaus.

Das Schöne an der Werkschau war, dass mit jedem neuen Programmpunkt auch die qualitative Entwicklung der Schüler deutlich wurde. So interpretierten die sieben- bis achtjährigen Tänzerinnen ihre Modern Dance Vorführung „Eine Reise“ mit viel künstlerischer Ausdruckskraft als stimmiges Gesamtbild. Wenn sie mit ausladenden Armbewegungen über die Bühne schwebten, wurde mit wenig Fantasie der weite Ozean im Kopfkino sichtbar. Dass auch Frauen im besten Alter ihr Publikum tanzend mitreißen können, bewiesen Manuela Mölders, Eva Verpoort und Annette Piscantor mit einem feurigen Flamenco. Zum Klang der Kastagnetten sorgte das Trio mit einem Ausdruckstanz voller Leidenschaft und Dramaturgie für einen weiteren Höhepunkt des Abends.

Spannend wurde es bei dem nachfolgenden Programmpunkt, denn viele Zuschauer fragten sich: Was ist Lyrical Jazz? Die Antwort gaben Janna Gooßens, Cora Caube, Franziska Angenendt und Lea Deuper. Die vier verbanden auf einem fast mystisch anmutenden Klangteppich auf gekonnte Weise Elemente aus Ballett, Jazz Dance und Modern Dance. Dann kam der große Auftritt von Lina Bullmann und ihren Mitstreiterinnen. Von Nervosität keine Spur, im Gegenteil: Der Spaß und die Freude am Tanz war dem Sextett anzusehen und was die Choreographie betrifft, passt bei Dom-Musikschülerinnen ohnehin jedes Detail.