Rheinberg: Schöne Grüße aus Orsoy

Neue Motive für Postkarten : Schöne Grüße aus Orsoy

Roman Gomilsek von der Werbeagentur goody media und Fotograf Ralf E. Krüppel haben neue Postkarten mit Motiven aus dem Rheinstädtchen herausgegeben – vier verschiedene Karten in Klein-Auflage. Weitere sollen bald folgen.

In Zeiten von Whatsapp, Instagram und Facebook kann jeder mit dem Smartphone oder dem Tablet innerhalb von Sekunden (Urlaubs-)grüße posten und in die letzten Winkel des Planeten verschicken. Da hat die gute alte Ansichtskarte keine Daseinsberechtigung mehr.

Oder etwa doch? „Nach wie vor halten viele Menschen gerne etwas in Händen und hängen sich schöne Bilder an die Wand“, berichtet Roman Gomilsek von der Orsoyer Werbeagentur goody media. Da kommt die gute alte Ansichtskarte plötzlich zu neuen Ehren: Mit Bedacht ausgewählt und einer handschriftlichen Notiz versehen, wird daraus ein sehr persönlicher Gruß, den man aus jedem Ort der Welt verschicken kann. Nur nicht aus dem kleinen Orsoy mit der langen Geschichte – zumindest nicht mit aktuellen Motiven des Festungsstädtchens. Denn die gab es zuletzt nicht mehr.

Das hat sich jetzt geändert: Roman Gomilsek und Marcel Bodinski haben in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Ralf E.Krüppel vier verschiedene Postkartenmotive in einer Auflage von zunächst je 50 Exemplaren herausgebracht.

„Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Ralf haben wir schon öfter über das Angebot regionaler Produkte nachgedacht. Da kam uns die Sache mit den Postkarten immer wieder in den Sinn“, erläutert Roman Gomilsek. Eine nahe liegende Sache. Denn die letzten Orsoy-Ansichten, die bis zu dessen Schließung vor einem Jahr im Lottoladen Peters erhätlich waren, versprühten den Charme der 1970er Jahre. Aktuelle Bilder? Fehlanzeige. Doch Fotograf Ralf E. Krüppel, der ein Fotostudio an der Kuhstraße betreibt, wollte nicht die klassischen Ortsansichten, stattdessen Orsoy abseits des Grußkarten-Mainstreams einfangen.

„Mit den vier gewählten Motiven ist das auch gelungen“, findet der Fotograf, der seit 20 Jahren in Orsoy lebt. Die Wahl fiel auf vier Motive: die katholische Kirche St. Nikolaus von der Rheinseite aus gesehen, die katholische Kirche aus Perspektive auf der Wiese der Familie Bergs, der Orsoyer Niag-Hafen vom Rhein aus fotografiert und das Gasthaus Mütterlein neben der Evangelischen Kirche an der Egerstraße.

Doch diese Entscheidung traf nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Auf Facebook hagelte es schon Kritik“, gibt Krüppel zu. Deshalb will das kreative Trio dem offensichtlichen Wunsch vieler Orsoyer Rechnung tragen und Motive von der Kirche und dem renovierten Stadthaus nachlegen. Dass die Karten bei großer Nachfrage neu aufgelegt oder weitere Motive dazu kommen, ist schon geplant. „Wir wollen allerdings kein Massen-, sondern eher ein Sammlerprodukt anbieten“, betont Gomilsek. Ralf E. Krüppel hat zudem alte Orsoyer Ansichtskarten gesammelt. Einige seien rund 100, andere 40 oder 50 Jahre alt, so Krüppel. Gerne würde er die Motive neu auflegen, wäre da nicht die ungeklärte Frage der Nutzungs- beziehungsweise Urheberrechte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die neuen Postkarten aus Orsoy

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