Rheinberg: Schlager aus der guten, alten Zeit

Rheinberg: Mit Petticoat und Pferdeschwanz

Lady Sunshine und Mister Moon waren von Kopf bis Fuß auf Schlager eingestellt.

Lady Sunshine und Mister Moon, das ist das Muscialdarsteller-Paar Elisabeth Heller und Oliver Timpe. Sie haben sich der guten alten Zeit verschrieben, den Ohrwürmern der 20er bis 50er Jahre. Auf der Stadthallen-Bühne nahmen sie ihr Publikum mit auf eine Zeitreise. Von wegen verstaubt, altbacken oder zu kitschig. Sie verpassen seit gut sechs Jahren den Evergreens eine frische und charmant-freche Note und präsentieren sie im textilen Look jener Tage.

Schnell flogen Lady Sunshine und Mr. Moon die Herzen zu. Der Funke sprang über und sorgte für ein musikalisch loderndes Feuer. Die Zuschauer sangen und klatschten mit. „Die bringen richtig Stimmung mit“, so auch das Lob in der Pause. Auch viele Jüngere waren gekommen.

Die ausgebildeten Musicaldarsteller Elisabeth Heller und Oliver Timpe gehen ganz in ihrer Musik auf. Sie sorgten für ein Wiederhören der alten Lieder, die zugleich für eine Musikszene in Deutschland steht, die Zeitgeschichte mitliefert. Es wird an Lieder mit Berliner Nachtclubatmosphäre wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ aus dem Film „Der Blaue Engel“ mit Marlene Dietrich erinnert. Gleichzeitig holten Heller und Timpe Filme der Nachkriegszeit aus der Versenkung, deren Lieder im Genre Heimatfilm Musikgeschichte schrieben. Das musikalische Anliegen von Lady Sunshine und Mr. Moon wurde schnell klar. Nämlich dem alten Schlager samt „Cha-Cha-Cha-Klatscher“ wieder eine Plattform zu geben. Die Zeit war reif dafür.

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Zu erinnern ist auch an deutsche Schlager wie „Schöner Fremder Mann“ von Connie Francis. Legendär der Gassenhauer „Zwei kleine Italiener“, den Froboess trällerte. 1962 eroberte sie mit Peter Weck und dem Lied „Lady Sunshine und Mr. Moon“ die Hitliste. Zugleich ist dieser Hit einer der ersten, die im Repertoire des Duos landeten und ihnen ihre Künstlernamen gab.

Die Wienerin Elisabeth Heller, Jahrgang 1984, verkörperte den lebendigen Typ jener Jahre mit Pettycoat und Pferdeschwanz. Oliver Timpe, 1982 in Braunschweig geboren, sorgte hingegen für den schlaksigen ruhigen Typen. Zwischendurch servierten sie Showtime, garniert mit kleinen Zauberkunststücken. Zu erinnern ist an die Timpes Tanzeinlage mit dem Wischmopp. Für das Lied „In einer Nacht im Mai“ zog er sich die Steppschuhe an und glänzte in Fred Astaire-Manier.

Das Duo hatte den Nerv des Rheinberger Publikums, das durchaus hätte zahlreicher vertreten sein dürfen, getroffen. Das Publikum dankte mit stehendem Applaus für diese musikalischen Leckerbissen.