Rheinberg: Schlaganfall-Opfer bangt um Notfallhilfe

Rettungsdienst in Rheinberg : Schlaganfall-Opfer bangt um Notfallhilfe

Franz Kösters aus Orsoy ist dankbar für die schnelle notärztliche Versorgung bei seinem Schlaganfall.

Franz Kösters (74) aus Orsoy verfolgt die aktuelle politische Debatte um die Neuausrichtung des Rettungsdienstes im Kreis Wesel höchst aufmerksam. Er hat schließlich am eigenen Leib erfahren, wie wichtig im Notfall ein gut funktionierendes Hilfssystem sein kann. Er jedenfalls hofft, dass das aus seiner Sicht leistungsfähige Notfallsystem so erhalten bleibt, wie er es erlebt hat.

Es war an einem Nachmittag im April. Da ist der 74-Jährige aus Orsoy, so berichtet er im Gespräch mit der Redaktion, Opfer eines Schlaganfalls geworden. Der alleinstehende Mann ist über den Hausnotruf mit der DRK-Einsatzzentrale verbunden. Schon der „Rote Finger“ habe sich als Segen erwiesen. Aber auch die schnelle Reaktion des Rettungssystems. In weniger als einer Viertelstunde seien Notarzt und Rettungswagen von der DRK-Station am Melkweg in Rheinberg bei ihm vorgefahren und hätten ihn medizinisch versorgt.

„Nur der schnellen ärztlichen Hilfe habe ich es zu verdanken, dass die Folgeschäden des Schlaganfalles für mich recht glimpflich geblieben sind“, so Franz Kösters im Rückblick. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Er mag sich gar nicht ausdenken, wie es ausgesehen hätte, wenn er länger hätte auf Hilfe warten müssen. „Man hat mir versichert, dass es beim Schlaganfall auf jede Minute ankomme“, so der damalige Notfallpatient. Ihm gehe es nach Krankenhausaufenthalt und Reha wieder recht gut.

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Vor dem Hintergrund sehe er die Pläne, das Rettungssystem zu verändern, mit Sorge. „Ich frage mich schon, wie es mir ergangen wäre, wenn der Rettungswagen im meinem Fall aus Alpen hätte anrücken müssen“, so Kösters. „Von da braucht er bestimmt noch eine knappe Viertelstunde länger.“ Das könne in einem solchen Fall fatale Folgen haben. Bekanntlich ist der Kreis Wesel dabei, den Rettungsdienstbedarfsplan zu überarbeiten. Ziel ist es, das System so zu verbessern, dass die Retter in mindestens 90 Prozent der Notfälle in der Hilfsfrist von zwölf Minuten vor Ort sind. Bislang liegt die Quote bei 88,7 Prozent. Das Gutachten liegt zwar noch nicht vor.

Aber die Vorschläge, die nächtlichen Notarztstandorte Rheinberg und Xanten künftig in Alpen zu konzentrieren und die Rettungswache in Xanten an den Westrand der Stadt zu verlegen, sorgen seit Wochen für erhebliche Unruhe.

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