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Rheinberg: Sarah Bernstein ist Integrationsfachkraft in der Reichelsiedlung

Integrationsfachkraft Sarah Bernstein zur Reichelsiedlung : „Rheinberger müssen ihre Scheu vor dem Viertel verlieren“

Die Integrationsfachkraft Sarah Bernstein kennt als Quartiersmanagerin viele Bewohner der Reichelsiedlung in Rheinberg. Sie wünscht sich eine Außengastronomie für den Stadtteil. Ein Gespräch über Vorurteile und Erfolge.

Seit Ende 2019 ist Integrationsfachkraft Sarah Bernstein als Quartiersmanagerin für die Stadt Ansprechpartnerin der Menschen in der Reichelsiedlung. Ihr Büro ist an der Buchenstraße 6 zu finden.

Wie sieht Ihr Aufgabenbereich aus?

Sarah Bernstein Aufgaben sind die Information und Beratung von Menschen aus dem Quartier sowie die Förderung des Miteinanders im Quartier. Dabei geht’s unter anderem darum, bei alltäglichen Problemen wie etwa beim Ausfüllen von Anträgen, bei der Korrespondenz mit Behörden oder Vermietern zu helfen. Salopp betrachtet, ist das Quartier so etwas wie eine Außen- beziehungsweise Kontaktstelle des Sozialamtes. Dadurch werden Stimmungen im Quartier aufgenommen, weil oft aus erster Hand angesprochen wird, wo der Schuh drückt. Auch werden, wann immer notwendig, Kooperationspartner eingebunden. Hierzu zählen der Kindergarten des DRK, Vermieter, die Türkisch-Islamische Gemeinde oder gemeinnützige Träger. Des Weiteren wird im Rahmen eines Integrationsprojektes mit Zugewanderten gegärtnert im Quartiersgarten hinter der Ladenzeile an der Buchenstraße.

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Was muss sich aus ihrer Sicht ändern, damit die Siedlung einen besseren Ruf bekommt?

Bernstein Die Rheinberger Bürger müssen ihre Scheu vor dem Viertel verlieren. Die Siedlung hat so viel zu bieten. Viele Grünflächen, ein lebendiges und buntes Miteinander, eine gut besuchte Begegnungsstätte, einen großen und neuen Spielplatz an der Ahornstraße und, und, und. Zu jeder Jahreszeit ist draußen etwas los. Hier sieht man noch, wie früher üblich, Kinder auf der Straße oder den großen Grünflächen spielen, hier scheint jeder jeden zu kennen. So ist es halt in einer Nachbarschaft – nicht anders als woanders auch. Natürlich gibt’s auch Probleme, wo viele unterschiedliche Menschen und große Familien dicht aufeinander wohnen. Das ist völlig normal, aber die lassen sich in der Regel auch lösen. Ein Café, Eiscafé oder eine andere Außengastronomie wären eine echte Bereicherung fürs Quartier und seine Bewohner.

Mit welchen Problemen, Fragen, Anregungen kommen die Bewohner auf Sie zu?

Bernstein Viele Menschen mit Migrationshintergrund kommen ins Quartiersbüro, weil sie Briefe nicht verstehen vom Jobcenter oder anderen Ämtern und nicht wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Die Anliegen sind ganz unterschiedlich. Ob’s die Frage nach einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder ist oder jemand Hilfe braucht, um einen Betreuungsantrag für ein dementes Familienmitglied beim Amtsgericht auszufüllen. Die Menschen wenden sich mit ihren alltäglichen Problemen an uns.

Welche Ziele haben Sie schon erreicht?

Bernstein Die Siedlung ist sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch in der Rheinberger Politik und Verwaltung durch die Quartiersarbeit sichtbarer geworden. Regelmäßig werden Berichte zur Tätigkeit im Quartier im Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren besprochen. Positive Aspekte der Arbeit sind, dass das Quartiersbüro auch von Dritten genutzt werden kann. Ziel ist, dass die Beratungs- und Hilfsangebote aus dem Quartier allen bekannt sind.