Rheinberg: Rin Tanzmariechen aus Pappe zum Abschied für Elena Otto

Gardetanz: Pappmariechen als Abschiedsgeschenk

Elena Otto stand 16 Jahre lang als Tanzmariechen auf der Bühne und war auch Stadtmeisterin im Solo-Tanz. Jetzt hängt die 21-jährige Ossenbergerin ihre Tanzschuhe an den Nagel. Als Trainerin der La Lunas macht sie aber weiter.

Elena Otto hat sich Zöpfe geflochten, sie trägt einen roten Dreispitz-Hut mit weißen Federn und ein rot-weißes Kostüm mit schwarzen Streifen und Glitzer – das ist ihr Lieblings-Kostüm. Elena Otto ist Tanzmariechen und stand schon als kleines Mädchen an Karneval auf der Bühne. Mit fünf Jahren fing sie an zu tanzen, erst Garde-, dann Showtanz, zuletzt trat sie als Solotanzmariechen auf. Nach 16 Jahren Gardetanz hat sich Elena Otto jetzt in der Ossenberger Büttensitzung von der Bühne verabschiedet (wir berichteten). Ein paar Tränen sind geflossen und so ganz will die Karnevalistin sich noch nicht verabschieden.

In das Tiger-Kostüm, das die 21-Jährige schon seit mehreren Jahren jedes Jahr an Karneval trägt, schlüpft sie in jeder Session nur, wenn sie mit ihren Freunden Karneval feiert. Ihr rot-weißes Tanzmariechen-Kostüm hat sie öfter getragen. „Das war das erste Kostüm, das ich mir komplett selbst ausgesucht habe. Da hängen natürlich viele Erinnerungen dran“, erzählt das Solotanzmariechen. Insgesamt acht Kostüme hat Elena Otto als Tänzerin getragen – die meisten davon waren genauso rot und weiß wie ihr Verein, der KAG Ossenberg. Mit dem letzten Kostüm ist sie vor fünf Jahren – bei ihrem ersten offiziellen Auftritt als Solomariechen – direkt Stadtmeisterin geworden.

An ihre erste Session als Solotanzmariechen erinnert sie sich aber nicht nur deswegen besonders. „Ich habe gedacht, ich versuche es mal. Ich habe nicht gedacht, dass es gut ankommt. Aber dass es so gut angekommen ist, ist meine schönste Erinnerung.“ Der KAG Ossenberg ist stolz auf sein erwachsen gewordenes Tanzmariechen. Dass sie im Karnevals-Ausschuss Gemütlichkeit etwas hinterlassen hat, haben sie ihr bei ihrem letzten Auftritt am Sonntag gezeigt. Der KAG hat Elena Otto eine große Pappfigur geschenkt, die genauso aussieht wie Otto, nur größer. Viele, die sie in den vergangenen 16 Jahren begleitet haben, haben darauf unterschrieben.

Wenn Otto an die vergangenen 16 Jahre denkt, hatte sie „keine großartigen Verletzungen“, dafür stand sie sich aber oft „selber im Weg“, sagt die Tänzerin. Bei kleinen Fehlern, die im Publikum nie aufgefallen wären, war sie selbstkritisch und sauer auf sich selbst. Nach zwei, drei Wochen spätestens hat sie aber gemerkt: Das Tanzen macht ihr mehr Spaß als auf sich sauer zu sein.

In ihrer letzten Session hatte sie bei jedem Auftritt Tränen in den Augen. „Das ist der letzte Auftritt hier“, war oft ihr Gedanke. Auch wenn Otto jetzt einen Schlussstrich zieht, so ganz kann sie es nicht lassen. In ihrem Zimmer will sie immer noch tanzen. Karneval wird sie aber auch weiterhin kräftig feiern und irgendwann könnte sie als Ossenberger Karnevalsprinzessin zurückkehren. Ausgeschlossen hat sie das nicht.

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