Rheinberg: Richtfest für Lern- und Lebensort Schule

Erweiterung in Rheinberg: Richtkranz weht über der Europaschule

Die Erweiterung von Rheinbergs Aushängeschild ist eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre. Die Kosten dafür liegen bei rund 14,5 Millionen Euro. Die drei neuen Gebäude stehen im Rohbau, jetzt folgt der Innenausbau.

Dachdecker Paul-Peter Kels sprach den Richtspruch in winterlicher Kälte auf dem Dach, stieß auf Bauherrin, Architekten, Planer und Behörden sowie die Bauhandwerker an, bevor er das Schnapsglas zerschlug. Eine alte Tradition, die Glück und Segen bringen soll.

Es herrschte allgemeine Zufriedenheit, als am Freitag das Richtfest für die Erweiterung des Schulzentrums an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße gefeiert wurde. Die Rohbauten für die drei Gebäudeteile stehen. Der Oberstufentrakt mit Cafeteria und Klassenräumen, der Neubau gleich neben der Mensa mit Inklusionsräumen, Werkstatt und Küche sowie der naturwissenschaftiche Teil an der Xantener Straße. Der Zeitplan konnte nicht ganz eingehalten werden, wie Dieter Paus als Technischer Beigeordneter der Stadt sagte: „Wir hängen einen bis anderthalb Monate hinterher. Aber wir versuchen, das wieder aufzuholen.“ Denn wenn jetzt die Rohbauarbeiten abgeschlossen sind, folgen die einzelnen Gewerke, wie Architekt Nils Bollen berichtete: Heizung, Mess- und Regeltechnik, Fenster, Sanitär, Lüftung und Elektro sowie die technische Wärmedämmung. „Insgesamt haben wir 18 Gewerke“, so Bollen. Zum Beginn des nächsten Schuljahres soll dann Unterricht in den Räumen stattfinden.

Dieter Paus ist froh, dass es im Hochbau nicht so schwierig ist, geeignete Unternehmen zu finden, wie im Tiefbau. Da machten sich bundesweit relevante Themen wie die Straßensanierung und der Breitbandausbau bemerkbar. Kostenmäßig liege man mit der Großbaustelle im Rahmen. Für die Bauarbeiten sind rund 13 Millionen Euro eingeplant, weitere 1,5 Millionen fallen für die Inneneinrichtung an.

Beim Richtfest am Freitag gab Schulleiter Norbert Giesen den Gästen (darunter viele Politiker) einen Einblick, wie der Schulalltag in den vergangene eineinhalb Jahren verlaufen ist. „Unterricht zwischen Riesenkränen und Mischmaschinen, das war eine Herausforderung“, sagte er. An der Europaschule habe man das als Herausforderung genommen. Giesen: „Dadurch sind wir als Schule noch enger zusammengerückt.“ Der Schulleiter dankte allen am Bauprojekt Beteiligten und zeigte sich zuversichtlich, dass „ein moderner Lern- und Lebensort“ entstehe. Gebäude, die nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön seien – „ein echtes Aushängeschild für die Rheinberger Bildungslandschaft“.

Das ist auch der Ansatz von Architekt Christoph Parade. Bei den langen Verweilzeiten heutzutage seien Schulen nicht mehr nur Lern-, sondern zunehmend auch Lebensort, so der Planer. Gerade den Räumen, die nicht für Unterricht, sondern zum Aufenthalt zur Verfügung stehen, seien bedeutsam. Er dankte dafür, dass in Rheinberg Verwaltung und Politik an einem Strang zögen. Das schaffe ein „wunderbares Empfinden“.

Bürgermeister Frank Tatzel freute sich, dass das Hochziehen der Erweiterungsbauten unfallfrei über die Bühne gegangen sei. Er gratulierte zum Etappensieg und dankte dafür, wie reibungslos die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Planern, Unternehmen und der Stadtverwaltung verlaufe. „Wir in Rheinberg bauen Zukunft“, hob Frank Tatzel hervor. „Ergänzt durch das benachbarte Amplonius-Gymnasium können wir den Jugendlichen unserer Stadt ein attraktives Schulangebot bieten.“

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