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Rheinberg: Reitverein kann mit zweijähriger Verspätung endlich feiern

Jubiläum beim Reit- und Fahrverein Graf von Schmettow Eversael : 100 + 2: Reitverein kann endlich feiern

300 Mitglieder und die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt sind Aushängeschild für den Reit- und Fahrverein Graf von Schmettow, der nachträglich sein Jubiläum feierte. 114 Mitglieder gründeten den Club am 13. Juni 1920.

Lange musste der Reit- und Fahrverein Graf von Schmettow Eversael auf dieses Ereignis warten. Bereits 2020 sollte das Jahrhundert für den Reitsport in Budberg, wo die Reithalle steht und der Verein seit langem seinen Sitz hat, gefeiert werden. Die Pandemie hatte eine Feier lange verhindert. Um so größer war daher die Freude, dass jetzt die Freunde des Reitsports, Sponsoren, befreundete Vereine, die Feuerwehr, die Vereinsmitglieder samt der Ehrenmitglieder dieses Ereignis feiern konnten.

Entsprechend angepackt hatten die Vereinsmitglieder und ihre Freunde, um die Reithalle am Sandweg in einen schmucken Festsaal zu verwandeln. „Wir haben den Hallenboden geebnet und mit entsprechendem Boden und Teppich ausgelegt“, sagt Vorsitzender Jörg Gierling über die Vorbereitungen. Denn schließlich gehört zu einem solchen Fest der Tanz. „102 Jahre bestehen wir jetzt schon. Das Warten hat sich gelohnt. Alles andere wäre diesem Ereignis nicht gerecht geworden. Ich weiß von Gästen, die sich bei uns nach Corona erstmals wiedersehen“, so Gierling.

 Isabell Werth ist das prominenteste Vereinsmitglied.
Isabell Werth ist das prominenteste Vereinsmitglied. Foto: dpa/Jan Woitas
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Viele helfende Hände sorgten für die Ausschmückung, die Blumen, die Aufstellung der Tische, sodass die große Reiterfamilie im gebührenden Rahmen feiern konnte. Jörg Gierling blickte in seiner Begrüßung auf die Höhen und Tiefen des Vereins zurück, die insbesondere der Zweite Weltkrieg in seinen Folgen nach Eversael brachte. Dass die gemeinsame Arbeit und der Wille zum Erfolg sich gelohnt haben, zeigt die Vereinsgeschichte. Der Reitverein Graf von Schmettow hat in der Szene nicht nur vor Ort die Pferdezucht und den Pferdesport ganz vorne etabliert. „Nach dem Zweiten Weltkrieg ist uns viel gelungen. Wir haben unsere Ziele, den Reitsport zu fördern und die Liebe zum Pferd zu vermitteln, stets umgesetzt und werden es auch weiter tun“, so Gierling.

Zu erwähnen ist unter anderem der Aufbau einer tollen Kinderabteilung sowie die Erfolge, die die Vereinsjugend auf den Turnieren auf Kreis-, Landes- und Bundesebene nach Hause bringt. Olympionikin Isabell Werth ist die Botschafterin für den Reitsport im internationalen Parcours. Rund 100 Aktive sind in Eversael im Reitsport engagiert. Etwa 300 Mitglieder fühlen sich durch ihre generationenübergreifende Vereinsmitgliedschaft dem Eversaeler Reitsport verbunden, ohne selber zu reiten. Ein klares Zeichen, wie Gierling feststellt. „Wir erleben Engagement für den Vereinssport.“

Das Großereignis in der Vereinsgeschichte hatte der damalige Vorsitzende Christoph Klötter mit entsprechenden Festausschüssen vorbereitet. Seit 2004 führte er mit viel Geschick die Vereinsgeschicke, die mit den letzten Vorstandswahlen dann an den bisherigen Kassierer Jörg Gierling übergingen. Klötter sprach von einem harmonischen Übergang und lobte die aktuelle Vorstandsarbeit. „Ich sehe unseren Verein für die Zukunft auf dem richtigen Weg“, so seine Prognose vor der Festgesellschaft. Für Bürgermeister Dietmar Heyde offenbarte der Blick in die Vereinsgeschichte Besonderheiten, wie er erklärte.

Bereits 1924 machten sich Vereinsmitglieder als einzige aus dem Rheinland auf den Weg zum Reichsturnier nach Berlin. Damals, als das Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg belgische Besatzungszone war und der Rhein von der Bevölkerung nicht überschritten werden durfte. Einzeln ging es für Reiter zunächst nach Wesel, dann mit der Bahn gen Berlin. „Das ist etwas wirklich Besonderes. Sie belegten den achten Platz“, sagte Heyde.

Der Mut imponierte Graf von Schmettow, sodass er die Schirmherrschaft des Vereins übernahm, ergänzte Heyde. „Ihr Verein hat viel für Rheinberg, den Pferdesport und die Menschen getan“, so Heyde anerkennend mit Blick auf die Aktivitäten. Den Mitgliedern sei es zu verdanken, dass in einer schnelllebigen Zeit die Liebe zum Pferd auf so eindrucksvolle Weise gelebt werde.

(sabi)