Rheinberg: Regionalbahn-Chaos: Grüne bitten Spitze in Berlin um Hilfe 

Regionalbahn-Chaos: Grüne bitten Anton Hofreiter um Hilfe 

Die Grünen haben die Nase voll. Die Zustände auf der Regionalbahnstrecke 31 zwischen Xanten und Duisburg „kann man nur noch als katastrophal bezeichnen“, sagt Jürgen Bartsch, Fraktionssprecher der Rheinberger Grünen und Kreistagsmitglied. „Das ist Antiwerbung für dieses Verkehrsmittel.“

Zusammen mit seinem Parteifreund Lukas Aster aus Labbeck, Sachkundiger Bürger im Verkehrsausschuss des Kreises und regelmäßiger Pendler auf der Strecke, hat er jetzt den Chef der grünen Bundestagsfraktion angeschrieben und um Hilfe gebeten.  „Lieber Toni Hofreiter“, heißt es da. „Wir leiden in Rheinberg unter einem permanenten Verkehrsinfarkt im Bahnverkehr, den wir nicht mit einem gut gemeinten, aber möglicherweise problematischen Einsatz von Bundesmitteln auf Jahrzehnte hin festgeschrieben sehen wollen.“ 

Die Grünen beziehen sich auf die von CDU-Bundestagsmitglied Sabine Weiss verbreitete Mitteilung, dass auch der Bahnsteig im Rheinberger Bahnhof mit Bundesmitteln barrierefrei ausgebaut und dazu auf 70 Zentimeter angehoben werden soll. „Natürlich begrüßen wir Barrierefreiheit“, so Verkehrsexperte Lukas Aster. „Aber wir fragen uns, ob der Zeitpunkt richtig gewählt worden ist. Denn wenn das bedeutet, dass gleichzeitig der zweite Bahnsteig zurückgebaut wird, schaffen wir Fakten, die wir nicht wollen.“ Dann würde sich das Verkehrschaos auf der Strecke verschärfen, weil es auf dem 25 Kilometer langen Stück zwischen Rheinkamp und Xanten nur noch eine Kreuzungsmöglichkeit gäbe – in Millingen. 

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Lukas Aster hat im November nachgezählt. An 23 Tagen habe es auf der Strecke des „Niederrheiners“ 13 Ausfälle gegeben. Aster: „Damit kann niemand leben, der beruflich auf die Bahn angewiesen ist.“ Die Gründe seien vielfältig. Aster nennt einige: die mit sechs Minuten geringe Wendezeit in Xanten, Störungen in Weichen und Schranken, das Risiko an sieben unbeschrankten Übergängen, zu kleine Triebwagen, die fehlende Elektrifizierung der Strecke zwischen Millingen und Xanten und der darin begründete Einsatz von Dieselfahrzeugen, liegen gebliebene Güterzüge und insbesondere die Tatsache, dass ein Drittel der Lokführer der Nordwestbahn dauerkrank seien. 

Nun fordern die Grünen, dass integriert gehandelt wird. Aster: „In Rheinberg müssen das zweite Gleis und der zweite Bahnsteig zur Verfügung stehen. Und der Servicepunkt des Bahnhofs soll nicht versetzt werden. Das Grundkonzept der Strecke RB 31 ist sensationell. Die Bahnlinie könnte eine hervorragende Bedeutung, wenn sie gut geführt wäre.“     

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