Rheinberg: Rat will keine Veränderungen im Rettungsdienst

Notarztstandort in Rheinberg : Rat will keine Veränderungen im Rettungsdienst

Der Rat hat jetzt eine Resolution gegen die geplanten Veränderungen des Rettungsdienstbedarfsplanes beschlossen.

Politik und Verwaltung in Rheinberg haben lange Zeit die Füße stillgehalten, wenn es um die Zukunft des Rettungsdienstbedarfsplans ging. Anders als in Xanten, wo früh gegen die Pläne des Kreises getrommelt wurde, lautete die Devise: Wir lassen den Kreis erst einmal machen. In Wesel, so viel sickerte durch, wollten die Planer im Kreishaus den in Rheinberg stationierten Notarzt während der Nachtstunden abziehen und in Alpen stationieren. Der Rat hat jetzt (bei einer Gegenstimme) eine Resolution gegen die geplanten Veränderungen des Rettungsdienstbedarfsplanes beschlossen.

Die Stadt fordert den Kreis Wesel als Träger des Rettungsdienstes auf, von der Planung zurückzutreten, weil sie ansonsten eine wesentliche Verschlechterung in der notärztlichen Versorgung befürchtet. Der Entwurf des Planes solle entsprechend überarbeitet werden, um die Notarztstandorte Rheinberg und Xanten auf Dauer beizubehalten. Im Rat wies Bürgermeister Frank Tatzel darauf hin, dass das vorliegende Eckpunktepapier fehlerhaft sei. So sei die Rede davon, dass die Vorhaltezeiten für den in Kamp-Lintfort stationierten Rettungswagen von zehn auf zwölf Stunden erweitert werden sollten. Das Fahrzeug stehe aber schon jetzt zwölf Stunden zur Verfügung. Gleiches gelte für den Rheinberger Rettungswagen. Auch sei davon die Rede, dass es durchschnittlich zu weniger als einem Einsatz pro Nacht komme. Tatzel: „Wir kommen auf 1,36 Einsätze pro Nacht.“ Bei einer Verlegung des Notarztstandortes würden sich die Fahrzeiten signifikant erhöhen.

Die Stadt muss nun bis zum 25. September eine Stellungnahme einreichen. Deshalb soll am 17. September eine Sondersitzung des Rates stattfinden. Jürgen Bartsch (Grüne) regte an, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, was Jürgen Madry (SPD) als keine gute Idee wertete: „Wir haben Sommerferien.“ Die SPD möchte keine Veränderungen beim Rettungsdienst und beklagte, dass „wir bis vor kurzem nicht ansatzweise informiert waren“. Erich Weisser (CDU) meinte: „Wir waren die letzten, die sich zu dem Thema geäußert haben. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass wir in Rheinberg zufrieden sind.“

Herbert Becker (FDP) argumentierte, bis September müsse man noch einen Feinschliff in die Sache bringen, deshalb solle man sich in den Ferien zwei- bis dreimal treffen. Und Klaus Overmeyer (Die Linke) fand, eine Arbeitsgruppe solle so schnell wie möglich an die Arbeit
gehen.

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