Rheinberg: Prinz Ralf hat dem Ägypter die Macht über das Stadthaus entrissen

Karneval in Rheinberg : Prinz Ralf triumphiert: Der „Ägypter“ rückt den Schlüssel raus 

400 bunt kostümierte Narren strömten am Tulpensonntag in die Stadthalle und jubelten über den Machtwechsel. Da blieb kein Auge trocken.

Als Prinz Ralf I. „der Einsatzbereite am Tulpensonntag pünktlich um 11.11 Uhr die Bühne der Rheinberger Stadthalle betrat, wurde er von über 400 herrlich bunt kostümierten Närrinnen und Narren aufs Herzlichste empfangen. Die waren zuvor von der Feuerwehrkapelle ordentlich auf Schunkeltemperatur gebracht worden. Für gute Laune und närrischen Frohsinn sorgte auch das Moderatorenteam Clemens Geßmann und Lars Kisters mit Klamauk und vielen lockeren Sprüchen.

Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste eröffneten die „Rhinberkse Goldlöckchen“ unter der Leitung von Melissa Vacilotto und Nina Thiemann mit einem sehenswerten Gardetanz das morgendliche Narren-Programm. Im Anschluss bewiesen die von Lena Bilzer, Sarah Henselder, Leonie Steinhausund Luisa Kornelius angeleiteten „Rhinberkse Fünkchen“, dass die Rheinberger sich um den Tanznachwuchs überhaupt keine Sorgen machen müssen.

Für eine erste Überraschung sorgte dann der „Ägypter“ Frank Tatzel: „Erwin Thiemann hat den Schlüssel poliert, bis er blinkt. Da haben wir uns gedacht, den lassen wir im Tresor und machen heute mal eine Schlüsselübergabe ohne Schlüssel.“ Dass er mit dem Prinzen eng befreundet ist, sei ohnehin kein Grund, das begehrte Objekt kampflos abzugeben. In seiner Laudatio konnte der Pharao sich einen Seitenhieb auf Rheinbergs neuen Regenten nicht verkneifen: „Der Traum vom Prinz war schon gestorben, drei Mal hat er sich bereits vergeblich beworben.“

Von weit her kamen die Narren, um den historischen Moment, in dem der „Ägypter“ die Macht verlor, hautnah mitzuerleben. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Prinz Ralf ließ sich  durch die Polemik aber keineswegs abschrecken und beantragte gleich mal einen Haftbefehl für den entmachteten Bürgermeister: „Du verbringst die nächste Nacht im Knast. Überhaupt jeder in den Kerker gehört, der mich hier noch weiter stört“, lautete die Drohung im Reimvers. Um an den Schlüssel zu gelangen, vertraute Prinz Ralf auf die Überzeugungskünste der Gardetänzerinnen. Die brauchten den Verwaltungschef auch nicht allzu lange zu umlagern, bis dieser dem weiblichen Charme erlegen war.

Um exakt 12.03 Uhr reckte Berkas närrisches Oberhaupt voller Stolz den Schlüssel triumphal in die Höhe und rief titanisch: „Da is datt Ding.“ Jetzt werde er zur Tat schreiten. Seine erste Amtshandlung dürfte dem Bürgermeister wenig gefallen: „Der sitzt heute im Wachhaus auf der Bank und kann sich in Ruhe seine Baustellen anschauen.“ Für die Jecken im Saal begann damit die große Karnevalsparty.

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