1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Politik nimmt Spielplätze ins Visier

Angebote für Kinder in Rheinberg : Politik nimmt Spielplätze ins Visier

Der SPD fehlen im Rheinberger Stadtgebiet große Anlagen mit Erlebnischarakter. Sie will sich die Situation in allen Ortsteilen ansehen. Die CDU erwartet, dass endlich in den Weidenweg-Platz in Borth investiert wird.

Die SPD ist mit der Situation der Spielplätze in der Stadt unzufrieden. Was die Stadt ihren Kindern anbiete, sei zum Teil desaströs, sagte jetzt der SPD-Fraktionsvorsitzende Philipp Richter: „Das ist an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß, da müssen wir dringend was tun.“

Ja, es gibt die Spielplatzbedarfsplanung. Die Stadt hat vor einigen Jahren damit begonnen, sämtliche Plätze in Augenschein zu nehmen, zu überlegen, welche aufgegeben und welche im Gegenzug aufgewertet werden können. Zwischenschritte lagen regelmäßig im Jugendhilfeausschuss zur Beratung vor. Ein Beispiel, wo ein gutes Ergebnis erzielt wurde, war damals der Spielplatz an der Ahornstraße in der Reichelsiedlung, der generalüberholt wurde. Die Kinder aus der Siedlung waren von Beginn an in die Planung eingebunden.

„Das waren gute Ansätze“, gibt Peter Tullius, SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr, zu. „Aber durch den personellen Wechsel beim Dienstleistungsbetrieb ist der Plan nicht weiterverfolgt worden. Die Umsetzung dessen, was damals beschlossen worden ist, hat viel zu lange gedauert.“

  • Ratsmitglied Stephan Heuser ⇥Fotos (2): FDP
    Stadtentwicklung in Kamp-Lintfort : FDP für Erhalt nachbarschaftlicher Spielplätze
  • Der Spielplatz an der Ahornstraße steht
    Stadtentwicklung in Kamp-Lintfort : Linksfraktion legt ein eigenes Spielplatz-Konzept vor
  • Der Stadtwerkepark ist das einzige Fleckchen
    Natur in Düsseldorf : So grün ist der Stadtbezirk 2 geworden

Für die Genossen ist klar: Corona und die damit einhergehenden Umstände haben sich wie ein Brennglas auf die Situation gelegt. Es habe mehr Beschwerden von Eltern über den Zustand mancher Spielplätze gegeben und darauf wolle man reagieren. Als Beispiel nannten Richter und Tullius Spielplätze in Alpsray Am Rothen Busch und in Winterswick am Winterswicker Weg. Die seien nicht mehr so ausgestattet, wie Kinder sich das heute wünschten. Und sie seien auch nicht immer im besten Zustand. Philipp Richter: „Wir haben zum Beispiel Rutschen gesehen, die nicht mehr sicher sind.“ Im Stadtpark an der Bahnhofstraße sei die große Seilbahn zwischenzeitlich abgebaut worden.

Der DLB sei bemüht und sei dran, das stehe außer Frage. Aber: „Uns geht es um ein grundsätzliches Konzept“, sagen die SPD-Männer und konkretisieren ihre Vorstellungen: „In der Stadt brauchen wir natürlich viele kleinere Spielplätze. Aber was in Rheinberg absolut fehlt, sind echte Highlight-Spielplätze. Große Anlagen wie es sie in Kamp-Lintfort oder in Bönninghardt gibt, die den Kindern ein wirkliches Erlebnis bieten und dann auch gut angenommen werden.“

Mit der Verwaltung sei die SPD schon wegen ihrer Vorstellungen in Kontakt getreten. Richter: „Wir haben bereits beantragt, dass wir uns die Plätze nach und nach in den einzelnen Ortsteilen anschauen. Damit man sehen kann, wie schlimm die Situation ist.“

Wer Spielplätze fordert, muss auch an die Kosten denken – das ist der SPD klar. Tullius: „Es gibt kleinere Flächen, die man aufgeben und vermarkten kann. Den Erlös kann man dann in neue Plätze investieren.“ Philipp Richter sieht das Thema auch in Zusammenhang mit der stärkeren Berücksichtigung der Ortsteile.

Auch die CDU hat ihr Spielplatzthema. Der Fraktionsvorsitzende Erich Weisser ist angefressen wegen des Spielplatzes am Weidenweg in Borth. Der hätte schon 2019 erneuert werden sollen. 70.000 Euro waren dafür in den Haushalt eingestellt worden, ruft Weisser in Erinnerung. Die seien aber gebraucht worden, um die Begegnungsstätte Reichelsiedlung als Not-Kita herrichten zu können. Damals habe es die Zusage gegeben, den Weidenweg-Platz anschließend auszubauen. Im Bau- und Planungsausschuss gestand die Verwaltung jetzt ein, dass sie bisher noch gar nicht begonnen habe, den Borther Spielplatz zu planen. Weisser bat darum, endlich loszulegen.

Dieter Paus, Technischer Beigeordneter der Stadt Rheinberg, bat den Fraktionschef um Verständnis. Die Personalsituation im städtischen Fachbereich Grünflächen und Tiefbau sei derzeit sehr angespannt. Der langjährig zuständige Mitarbeiter sei in den Ruhestand gegangen, seine designierte Nachfolgerin sei im Mutterschutz, ein neuer Mitarbeiter habe erst kürzlich seinen Dienst in der Verwaltung aufgenommen und könne nicht alles auf einmal erledigen.