1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Politik ist gegen Ziffernnoten in den Stufen 5 und 6

Schulausschuss Rheinberg : Politik gegen Rückkehr zu Ziffernnoten

Weil die Europaschule eine Gesamtschule wird, musste die Stadt eine Stellungnahme an die Bezirksregierung abgeben.

Die Europaschule Rheinberg wird zum nächsten Schuljahr in eine Gesamtschule umgewandelt (wir berichteten). Bisher hatte die Europaschule im Schulversuch „Längeres gemeinsames Lernen – Gemeinschaftsschule“ auf der Grundlage ihres pädagogischen Konzeptes neun Jahre lang alternative Formen der Leistungsbewertung erproben können. Ab dem Schuljahr 2014/2015 erhielt sie vom Ministerium die Genehmigung, andere Formen der Leistungsbewertung zu erproben. Sprich: auf Ziffernnoten bis einschließlich der Jahrgangsstufe acht zu verzichten. Bei Lernstandserhebungen im Jahrgang acht und bei zentralen Prüfungen im Jahrgang zehn attestierte die Technische Universität Dortmund der Schule bei ihrer wissenschaftlichen Begleitung hervorragende und sehr positive Ergebnisse.

Das führte bei Schülern, Eltern und Lehrern jetzt zu einer einstimmigen Abstimmung in der Schulkonferenz. Das Gremium möchte, dass es an der Europaschule auch künftig als Gesamtschule in den Jahrgangsstufen fünf und sechs eine kompetenzorientierte Leistungsbewertung ohne Ziffernnoten gibt.

Die Stadt musste dem Antrag der Europaschule eine Stellungnahme beifügen und benötigte dazu das Votum des Schulausschusses. Der Ausschuss unterstützt die Europaschule und befürwortet es, dass auch künftig in den ersten beiden Jahrgängen keine klassischen Ziffernnoten erteilt werden. Jedenfalls mehrheitlich. Die SPD, die Grünen und die Linken stimmten dafür, auf Ziffernnoten zu verzichten, die CDU (ein Fraktionsmitglied enthielt sich der Stimme) und die FDP waren dagegen; sie möchten, dass die Europaschule zur klassischen Benotungsskala von eins bis sechs zurückkehrt.

Die Stellungnahme hat die Stadt der Bezirksregierung zugesandt. Ob sie dazu beiträgt, dass dem Wunsch für Europaschule entsprochen wird, bleibt abzuwarten. Die Chancen dürften nicht allzu gut stehen. Denn üblicherweise gibt es an Gesamt­schulen in NRW Ziffernnoten auch in den Klassen fünf und sechs. Schulleiter Norbert Giesen freute der mehrheitliche Schulterschluss der Politik. „Ich glaube aber nicht, dass das Land Rücksicht auf uns nimmt wegen der Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Gesamtschulen. Aber wir können nicht einfach die Entscheidung der Schulkonferenz ignorieren“, so Giesen.