Kirchenmänner Der Münsterländer bleibt im Rheinland

Rheinberg · Georg Welp (65), seit 1992 Pastoralreferent an St. Peter in Rheinberg, wird am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet.

 Die Konstante der Kirchengemeinde St. Peter in Rheinberg geht in Rente: Georg Welp hat in seiner Zeit als Pastoralreferent – es waren fast 30 Jahre – fünf Pfarrer kennengelernt.

Die Konstante der Kirchengemeinde St. Peter in Rheinberg geht in Rente: Georg Welp hat in seiner Zeit als Pastoralreferent – es waren fast 30 Jahre – fünf Pfarrer kennengelernt.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Einen besonderen Leitspruch für sein Leben habe er nicht, sagt Georg Welp. „Ich habe aber mal gesagt: Ich bin geborener Westfale und praktizierender Rheinländer.“ Mit 65 Jahren und sieben Monaten endet nun sein berufliches Wirken als Pastoralreferent der Pfarrgemeinde St. Peter. Als überzeugter Rheinberger bleibt er der Stadt allerdings erhalten. Denn nach knapp 30 Jahren ist sie seine Heimat geworden, hier hat er Freunde, Nachbarn, Bekannte, Weggefährten gefunden, die er nicht mehr missen möchte.

1992 kam Welp mit seiner Familie nach Rheinberg. Neben Ehefrau Anne (sie ist Lehrerin) gehören Tochter Judith (33) und Sohn Tobias (27) dazu. Die Kinder sind aber längst ausgeflogen. In St. Peter hat sich Fußballfan Georg Welp – er hält zu Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund – um die Jugendarbeit gekümmert, hat die KjG neu aufgebaut, hat Firmlinge betreut und mit St. Peter in Rheinberg und St. Marien in Budberg zwei Kindergärten begleitet. Auch ist er Präses der Kolpingsfamilie und kümmert sich dort zum Beispiel um die Schulmaterialkammer. Seit etwa zehn Jahren wirkt er auch im Beerdigungsdienst.

„Ab 1997 bis zum vergangenen Sommer war ich zudem Schulseelsorger und Religionslehrer“, so der Mann mit dem grauen Vollbart. Und, so als sei das alles noch nicht genug, war er viele Jahre Mitarbeiter in der Fachstelle für Gemeindeberatung. Dazu hat er eine spezielle Ausbildung absolviert.

Georg Welp kommt aus Saerbeck hinter Münster. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann. In seinem Heimatort war er schon früh in die kirchliche Jugendarbeit eingebunden. Später legte er das Fachabitur für Wirtschaft ab, besuchte von 1975 bis 1978 die Fachschule für Freizeitpädagogik. „Ich habe mein Anerkennungsjahr beim Kolpingswerk in Köln geleistet“, so Doppelkopf-Fan Welp. „Damals habe ich vom Berufsbild des Pastoralreferenten gehört und mich dazu entschieden, die Ausbildung berufsbegleitend zu absolvieren.“ Dadurch kam er nach Duisburg-Walsum. Bevor er später in Rheinberg landete, war er auch noch zwei Jahre in der Heimerziehung tätig. Weitere Stationen waren Rietberg in Ostwestfalen und – neun Jahre lang – Dinslaken-Lohberg.

In Rheinberg ist Georg Welp so etwas wie das konstante Gesicht der Pfarrgemeinde St. Peter. Mit Martin Ahls erlebt er hier den fünften Pfarrer. Man kennt ihn in der Stadt. Auch mal als DJ Schorsch, wenn er im Punto gute, handgemachte Musik auflegt. Und natürlich als Büttenredner. Seit 2006 unterhält er die Rheinberger als Münsterländer Kiepenkerl. Aus dem Karneval ist er nicht mehr wegzudenken.

Wie er sich seinen Ruhestand vorstellt, kann er noch nicht sagen. Momentan ist er nach einer Operation gehandicapt. Das Bein will nicht mehr so richtig. Welp ist auf den Rollator angewiesen. Was schlimmer für ihn ist: Er kann nicht mehr Fahrrad fahren. „Die Höchststrafe für einen Münsterländer“, sagt er. Doch er ist Optimist: „Das wird schon wieder. Ich muss geduldig sein.“

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