Rheinberg: Parkplatzsituation in Borth in Kritik

Auto an Auto in Rheinberg : Im Eschenholz in Borth wird wild geparkt

Anwohnerin sieht die Parkplatzsituation an der Straße „Im Eschenholz“ in Borth mit wachsender Sorge.

Für Ursula Spangenberg brauchte es keine prophetischen Fähigkeiten, um diesen Tag vorauszusehen. „Die Feuerwehr war mit Blaulicht angerückt, musste aber umkehren, weil die Straße zugeparkt war“, erinnert sie sich an jenen Wintertag, als die Einsatzfahrzeuge nicht passieren konnten. Seit fünf Jahren wohnt die ehemalige Kaufmännische Angestellte nun an der Straße „Im Eschenholz“, seitdem sieht sie die Parkplatzsituation mit wachsender Sorge. „Anfangs hat sogar die Müllabfuhr morgens gehupt, weil sie nicht durchkam - in der Hoffnung, jemand würde sein Auto wegsetzen“, schildert die 64-Jährige. Selbst der eingetretene Ernstfall sei für die wenigsten Anwohner ein Weckruf gewesen, künftig  rücksichtsvoller zu parken.

Insbesondere nach Feierabend und an den Wochenenden reihe sich Im Eschenholz Pkw an Pkw - versetzt auf beiden Seiten. Zwar ist von der Straße „Wacholderbusch“ bis „Im Eschenholz“ Höhe Hausnummer 24 einseitig ein eingeschränktes Halteverbot eingerichtet, doch das hindere niemanden, sein Auto dennoch dort abzustellen. Und auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite werde munter geparkt - halb auf dem Bürgersteig, schildert Spangenberg. Damit ist zwar die Durchfahrtbreite der Straße etwas größer, aber Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollator können den Gehweg nicht mehr nutzen.

Mehrfach hat Ursula Spangenberg ihre Nachbarn auf die Problematik angesprochen und dafür meist nur verärgertes Kopfschütteln geerntet. „An der Parkplatzsituation lässt sich nichts ändern und jeder hat Verständnis dafür, wenn kurzzeitig gehalten wird, beispielsweise um Einkäufe auszuladen“, betont die Rentnerin. Doch was spreche dagegen, seinen Wagen im Bereich Douffsteg oder Drüpter Straße dauerhaft zu parken? „Aber sogar Anwohner, die eine Garage oder einen Stellplatz angemietet haben, parken oft auf der Straße“, so Spangenberg. Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit oder Egoismus - die 64-Jährige kann nicht verstehen, warum nicht jeder ein bisschen Rücksicht übt. Ihr eindringlicher Appell: „Jeder kann mal auf einen Notarzt oder die Feuerwehr angewiesen sein.“

Auch an das Ordnungsamt der Stadt hat sie sich schon gewendet. Seitens der Verwaltung habe man ihr zugesagt, dass der Außendienst der Stadt kontrollieren werde. „Es muss regelmäßig auch abends und am Wochenende kontrolliert werden, um das Parkchaos in den Griff zu kriegen“, so die Bortherin.  Traurig stimmt sie vor allem die Ignoranz vieler Menschen: „Am 10. Juni kam ein Feuerwehrfahrzeug durchgefahren und hat die Anwohner per Megafon aufgefordert, die Pkw so abzustellen, dass eine Durchfahrbreite von mindestens drei Metern gewährleistet ist“, schildert Ursula Spangenberg. Lerneffekt: null. Nur wenig später haben alle Pkw wieder so gestanden wie zuvor.

Dass die Feuerwehr sich ohne Rücksicht auf parkende Pkw die Durchfahrt sichere, sei ein Irrglaube, wie Feuerwehr-Chef Sebastian Schriewer erläutert. „Das ist situationsabhängig und eine Einzelfallentscheidung des Einsatzleiters“, betont Schriewer. Im Blickpunkt dabei: die Verhältnismäßigkeit. Bei einer brennenden Mülltonne auf einer Wiese agiere man anders als bei einem Wohnungsbrand, bei dem Menschen in Gefahr seien.

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