Ministerbesuch am Deich in Rheinberg Land will den Hochwasserschutz weiter stärken

Rheinberg · Landesumweltminister Oliver Krischer hat am Freitag die Deichbaustelle in Wallach am Rhein besichtigt. Man müsse sich darauf einstellen, dass sich Extremwetter und Hochwasser häuften, sagte er.

 Deichgräf Viktor Paeßens (3.v.r.) erläuterte Umweltminister Oliver Krischer (r.) die Deichbaumaßnahme in Wallach. Mit dabei: CDU-Landtagsmitglied Charlotte Quik (v.l.), Bürgermeister Dietmar Heyde, Rainer Gellings von Deichverband und SPD-Landtagsabgeordneter René Schneider.

Deichgräf Viktor Paeßens (3.v.r.) erläuterte Umweltminister Oliver Krischer (r.) die Deichbaumaßnahme in Wallach. Mit dabei: CDU-Landtagsmitglied Charlotte Quik (v.l.), Bürgermeister Dietmar Heyde, Rainer Gellings von Deichverband und SPD-Landtagsabgeordneter René Schneider.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

NRW-Umweltminister Oliver Krischer will den Hochwasserschutz verstärken. Das sagte er am Freitagnachmittag, als er die Deichbaustelle in Wallach besichtigte. „Sie alle haben verfolgt, was im Saarland und in Baden-Württemberg passiert ist“, sagte der Minister. „Extremwetter und Hochwasser werden unser Land durch die Klimakrise künftig noch häufiger und intensiver treffen – das muss uns Ermahnung und Aufgabe sein. Es ist existenziell, dass wir uns gegenüber solchen Katastrophen weiter stärken.“ An vielen Gewässerpegeln seien in den vergangenen Jahren historische Höchstwerte überschritten worden – „wir müssen uns darauf einstellen, dass das Extreme das neue Normal wird“, so Krischer. Im Beisein von Viktor Paeßens, Deichgräf des Deichverbands Duisburg-Xanten, dessen Stellvertreter Rainer Gellings, den Landtagsmitgliedern Charlotte Quik (CDU) und René Schneider (SPD), Rheinbergs Bürgermeister Dietmar Heyde sowie Vertretern der Bezirksregierung Düsseldorf und der ausführenden Baufirma Martens en Van Oord brachte der Minister seinen Dank zum Ausdruck: „Ich bin froh, dass hier am Niederrhein die Deichverbände den Auftrag erledigen, auch wenn es im Zusammenspiel mit den Behörden hin und wieder klemmt. Für die Landesregierung kann ich sagen: Wir werden unser Engagement im Hochwasserschutz verstärken, zum Beispiel durch mehr Personal. Das Problem, dass die Genehmigungsverfahren zu lange dauern, haben wir als solches identifiziert.“

In Wallach werden rund vier Kilometer Deich saniert oder komplett erneuert. Dazu sagte Deichgräf Paeßens: „Unser Anspruch ist es, die sichersten Deiche zu bauen, die man nur bauen kann. Wir bauen in einer Region, in der sich durch den Bergbau tiefe Krater gebildet haben. Wir schützen die Menschen, die davon betroffen sind. Sicherheit steht bei uns über allem, und da lassen wir auch nicht mit uns reden. Wir bauen so, wie es nötig ist.“

In Wallach wird seit zwei Wochen nach einer längeren Unterbrechung aufgrund der starken Regenfälle wieder mit Hochdruck gearbeitet. Am Freitag waren die Baumaschinen und Lkw voll im Einsatz, so dass sich der Minister davon überzeugen konnte, wie es voran geht. Auf einer Länge von 500 Metern ist der Deich geöffnet. Wie lange es dauern würde, die Lücke im Falle eines Hochwassers zu schließen, fragte Krischer. „Zwei Tage“, lautete die Antwort eines Mitarbeiters der Baufirma. Und wer entscheidet, ob und wann in einer Notsituation reagiert werden muss? „Am Ende der Deichgräf“, sagte Viktor Paeßens, der damit die Dimension der Verantwortung deutlich machte.

(up)