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Rheinberg: Norbert Ricking wird am Mittwoch 90 Jahre alt

Menschen aus Rheinberg : Norbert Ricking: Das Leben macht auch mit 90 Freude

Norbert Ricking ist engagiert in Politik, Handwerk, Kirche und Gesellschaft. Am Mittwoch wird der Mann, der noch topfit ist, 90 Jahre alt.

Menschen seines Alters nutzen diesen Vergleich nicht so häufig, aber er passt: Norbert Ricking ist fit wie ein Turnschuh. Kräftig die Stimme, fest der Händedruck, klar der Kopf, beweglich der Körper und ansteckend das laute, freundliche Lachen des Rheinbergers, der am Mittwoch seinen 90. Geburtstag feiert. Langeweile? Ein Fremdwort für ihn. Zur Ruhe setzen? Daran verschwendet er keinen Gedanken. „Ich habe noch viel vor und bin viel unterwegs“, sagt Cabriolet-Fahrer Ricking, der mit seiner Lebensfreude manchen erheblich jüngeren Zeitgenossen aussticht.

Politisch ist er unterwegs. Seit 61 Jahren Mitglied der CDU. Er war Mitbegründer der Jungen Union im damaligen Kreis Moers, saß 30 Jahre im Stadtrat, war in den 80ern fünf Jahre Fraktionsvorsitzender und engagiert sich heute in der Mittelstandsvereinigung (MIT), deren stellvertretender Vorsitzender er ist. Aber seine CDU macht ihm Sorgen. Die Partei befasse sich nur noch mit sich selbst, klagt er. Ricking: „Aber ich werde alles dafür tun, dass die CDU wieder auf die Beine kommt. Das ist noch ein weiter Weg, aber wir sind gut unterwegs.“

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An einer Biografie schreibt er auch noch. „Auf Rheinbergs Dächern zu Hause“, soll sie heißen. Klar: Ricking, der zweifache Vater und vierfache Großvater, ist Dachdeckermeister von Beruf. Hat seine Lehre bei Kurt Jacob in Moers absolviert und später den Betrieb seines Patenonkels Ferdinand Ricking übernommen. 30 war er da, frisch verheiratet mit seiner vor zweieinhalb Jahren verstorbenen Frau Agnes. Und 30 Jahre hat er den Betrieb geführt, bevor er ihn an Kurt Appenzeller übergebem hat.

Auch wenn er die Arbeit auf dem Dach mochte: Hoch hinaus wollte er nie. Sein Städtchen Rheinberg, das war sein Programm, hier konnte, wollte er sich entfalten, konnte er wirken. In der Kolpingsfamilie, in der er Ehrenmitglied ist, bei St. Peter, wo er dem Kirchenvorstand angehörte und für den Erhalt des alten Krankenhauses gekämpft hat, bei den Rhinberkse Jonges im Karneval, als junger Mann auch als Hockeyspieler im TuS 08. Und nicht zuletzt im Sprookverein Ohmen Hendrek, dem er vor vielen Jahren zur Wiedergeburt verhalf und dessen „Ehrenbaas“ er ist.

Gern hört man zu, wenn „Nöpp“ Ricking Geschichten aus dem alten Rhinberk erzählt. Dabei ist er im Hier und Jetzt verhaftet, keiner, der alten Zeiten nachtrauert. „Ich würde alles wieder so machen, wie ich es getan habe“, versichert er. „Ich habe nichts falsch gemacht, weil ich immer aus meiner christlichen Überzeugung heraus gehandelt habe.“

Na dann: Herzlichen Glückwunsch zum Neunzigsten!

(up)