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Rheinberg: Niag ist gerüstet für den Schulstart im Kreis Wesel

Schulbusse im Kreis Wesel : Niag bereitet sich auf den Schulstart vor

Der Schuljahresbeginn ist ein Härtetest für den Niag-­Fahrplan-Experten Günter Schlüter und sein Team. Ein paar Tage vergehen, bis alles läuft.

Wenn am Mittwoch die Schule beginnt, dann ist das nicht nur für Schüler, Eltern und Lehrer aufregend. Auch Günter Schlüter, der bei der Niag die Verkehrsplanung leitet, und seine sechs Mitarbeiter sind gespannt, wie die Schülerbeförderung in den Niag-Bussen an den ersten Tagen verläuft. Nahezu die gesamte Flotte, also mehr als 300 Busse, sind zum Schulstart um 7.30 Uhr im Verkehrsgebiet der Niag im Einsatz. Es ist der erste Härtetest nach wochenlanger Planung. „Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht, damit die Schüler so problemlos wie möglich zu ihren Schulen kommen“, sagt Schlüter. „Trotzdem dauert es immer ein paar Tage, bis alles reibungslos funktioniert.“

Schlüter spricht aus Erfahrung. Seit 40 Jahren arbeitet der Moerser bei der Niag, Anfang Oktober geht er in den Vorruhestand. Der 61-Jährige kennt sich im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht nur berufsbedingt sehr gut aus. Er besitzt keinen Führerschein und ist daher sehr viel mit dem ÖPNV und mit dem Fahrrad unterwegs. Und weil Schlüter zwei Kinder hat, die lange mit dem Bus zur Schule gefahren sind, kennt er auch die Elternperspektive.

Die große Herausforderung bei der Schülerbeförderung sei, „dass wir sehr viele Faktoren nicht beeinflussen können“. Etwa die Schülerzahlen. Zwar kennt die Niag die Anzahl der Gesamtanmeldungen an den weiterführenden Schulen. Aber: Personalisierte Daten wie den Wohnort der Schüler, aus dem sich die Bushaltestelle ableiten ließe, dürfen die Schulen aus Datenschutzgründen nicht herausgeben. Die lassen sich erst aus den Anmeldeunterlagen für das Schokoticket herleiten. Zwar liegen die Papiere den Schülern schon seit dem Frühjahr vor, bislang sind bei den Verkehrsbetrieben aber erst rund 80 Prozent eingegangen.

Die Folge: Schlüter und sein Team wissen nicht genau, wie viele Schüler sie von wo nach wo befördern müssen. „Sind es in einem Standardbus deutlich über 70, setzen wir einen zweiten Bus ein – und das hat weitreichende Auswirkungen auf den ganzen Fahrplan“, so der Planer. Die Niag befördert in Standardbussen rund 70 Kinder – obwohl 90 erlaubt wären. In den größeren Gelenkbussen sind es maximal 110 Schüler. Trotzdem könne es an den ersten Schultagen schon mal hoch hergehen in den Bussen. Daher appelliert Schlüter an alle Schüler, sich ordentlich zu verhalten.

Wichtig sei auch die Kooperation mit den Schulen und Schulverwaltungsämtern. „Je mehr und früher wir in die Planungen einbezogen werden, desto besser klappt die Beförderung“, sagt Schlüter und erinnert an die erforderliche Vorlaufzeit, die die Niag braucht. Fahrplanänderungen müssen von der Bezirksregierung geprüft und freigegeben werden, Lenk- und Standzeiten der Fahrer müssen mit eingeplant werden. Leider gebe es nicht in allen Kommunen Koordinierungsgespräche mit allen Schulen.

Die Herausforderungen in den Kommunen sind überall unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Dort, wo es weniger Busverbindungen gibt, also im ländlichen Raum, ist es komplizierter als in Regionen, in denen alle 15 Minuten ein Bus fährt. Und auch die Lage der Schulen spielt eine Rolle. Ballen sich alle Schulstandorte an einem Ort, etwa in Rheinberg, dann ist das Verkehrsaufkommen vor dem Schulstart naturgemäß sehr hoch.

Nun geht es für den Verkehrsplaner und seine Mitarbeiter erst einmal darum, den Schulstart zu meistern. „Ich wünsche mir, dass alles gut läuft und dass die Menschen ein wenig Verständnis haben, wenn mal etwas nicht gleich zu 100 Prozent funktioniert“, sagt Schlüter.

(up)