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Rheinberg: Neuer Betreuungsdienst in der ZUE Orsoy

Zentrale Unterbringungs-Einrichtung : Orsoyer Flüchtlinge werden verlegt

Das Unternehmen European Homecare übernimmt zum 1. Januar die Betreuung in der ZUE. Für die Zeit der Übergabe müssen die rund 180 Bewohner auf andere Einrichtungen ausweichen. Koordinator Adam Lisek berichtet, wie das geht.

Das Essener Unternehmen European Homecare übernimmt zum 1. Januar 2020 den Betreuungsdienst in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) in Orsoy (wir berichteten). Das geht nicht einfach so. Adam Lisek, einer von sechs Betriebskoordinatoren bei European Homecare, weiß das. Er arbeitet seit fünf Jahren in dem Unternehmen, das sich um mehr als 100 Einrichtungen für Flüchtlinge im gesamten Bundesgebiet kümmert. Nicht nur ZUEs, wie er sagt, sondern auch Landeserstaufnahmeeinrichtungen.

Dass die verbliebenen 182 Bewohner des ehemaligen Orsoyer Krankenhauses nun ihre Zimmer verlassen und vorübergehend in andere Einrichtungen im Gebiet der Bezirksregierung Düsseldorf ausweichen müssen, sei ein ganz normaler Vorgang bei einem Wechsel des Betreuungsdienstes, sagt Lisek. „Wir müssen uns jetzt erst einmal einen Überblick verschaffen, wie es im Haus aussieht. Was muss getan werden? Wie ist die Einrichtung? Passt sie für unsere Anforderungen? Solche Dinge eben“, so der Koordinator. Geplant ist, dass der Übergang zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar erfolgt.

Erste Gespräch in der ZUE, in erster Linie mit dem Leiter der Orsoyer Einrichtung – Andreas Stomps von der Bezirksregierung Düsseldorf – haben in dieser Woche stattgefunden. Auch Vertreter des Unternehmens IPG als Eigentümerin des Gebäudes seien dabei gewesen. Adam Lisek: „Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir einen guten Übergang hinbekommen.“

 Adam Lisek ist einer von sechs Koordinatoren, die sich bei European Homecare um die Flüchtlingseinrichtungen  kümmern.
Adam Lisek ist einer von sechs Koordinatoren, die sich bei European Homecare um die Flüchtlingseinrichtungen  kümmern. Foto: Georg Lukas

Erste Gespräche gab es auch mit den Beschäftigten. Die Malteser, bisher in der Einrichtung tätig, haben ihren Beschäftigten angeboten, die Kontaktdaten an EHC weiterzureichen. Adam Lisek: „Den einen oder anderen Mitarbeiter werden wir sicher übernehmen.“

Grundsätzlich sei ein gewisser Standard, wie in der ZUE gearbeitet werde, vertraglich festgelegt. Lisek: „Zu versuchen, in dieser Hinsicht das Rad neu zu erfinden, ist kein guter Weg.“ Wichtig sei dem neuen Betreiber ein gutes Einvernehmen mit Ehrenamtlichen. „Soweit ich das nach der kurzen Zeit beurteilen kann, läuft in Orsoy vieles einwandfrei“, so Lisek. „Und das in einem Gebäude, das für unsere Zwecke hervorragend geeignet ist.“ Die ZUE verfüge über eine gut funktionierende Krankenstation, ein Frauencafé, Fernsehräume, eine Kinderbetreuung, habe auch einen Bolzplatz in der Außenanlage. Im Sommer lasse sich dort ein gutes Angebot für die Bewohner realisieren.

Wie viele Mitarbeiter European Homecare für die Betreuung der Flüchtlinge einstellen werde, kann Adam Lisek noch nicht genau sagen. Er geht von jeweils 15 für die beiden Tagesschichten und etwas weniger für die Nachtschicht aus. Die Malteser hatten nach eigenen Angaben 45 Beschäftigte in der ZUE Orsoy.