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Rheinberg: Neue Pläne für die alte Grundschule Ossenberg

Stadtentwicklung in Rheinberg : Neue Pläne für die alte Grundschule

Investor Thomas Höder möchte den Altbau an der Graf-Luitpold-Straße in Ossenberg samt Schulhof kaufen. Neben Eigentumswohnungen und einem Mehrfamilienhaus für Sozialwohnungen plant er auch Inklusionswohnungen. 

In einem Teil der ehemaligen Grundschule Ossenberg (im auch schon nicht mehr neuen Neubau) befindet sich seit knapp zweieinhalb Jahren die Kindertageseinrichtung „Wolkenblick“ des DRK-Kreisverbands Niederrhein. Der Altbau – zwischenzeitlich waren mal Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht – steht lange leer. Die Stadt möchte das alte Schulgebäude mitsamt des Schulhofes verkaufen. Der Bebauungsplan wird bereits angepasst, und es sind auch schon in einer öffentlichen Veranstaltung Vorschläge unterbreitet worden, was dort möglich wäre. Ergänzend dazu wurde in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses im Juni angeregt, dort sozialen Wohnungsbau sowie eine Möglichkeit zur Schaffung von Wohnraum für behinderte Menschen zu realisieren.

Noch bevor die Stadt den Bebauungsplan ändern und sich gezielt auf die Suche nach einem Investor begeben konnte, erreichte nun eine Initiativbewerbung das Stadthaus. Thomas Höder, dem ein Teil der Wohnungen in der Reichelsiedlung gehört, möchte gerne kaufen und mit dem Rheinberger Unternehmer Ingo Eickhaus bauen. Welche Vorstellungen Höder und Eickhaus haben, stellte der Rheinberger Architekt Dette Ecker jetzt im Bau- und Planungsausschuss vor.

Im Altbau zur Graf-Luitpold-Straße hin möchten die Investoren nach jetzigem Stand sechs Eigentumswohnungen errichten, die später verkauft werden sollen. Der flache Anbau mit Pausenhalle und Toiletten soll dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Im hinteren Bereich des alten Schulhofs (Richtung Kapellenfeldstraße) ist der Bau von sozial gebundenen Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus vorgesehen. Darin soll es kleinere Einheiten von 1,5- bis 2,5-Zimmer-Wohnungen, aber auch größere mit bis zu 95 Quadratmetern und zwei Kinderzimmern geben. Der Mietzins soll so kalkuliert werden, dass auch Mietergruppen, die auf dem freien Wohnungsmarkt Schwierigkeiten haben, eine Chance auf bezahlbaren Wohnraum erhalten. Höder plant den Bau in Holzhybridbauweise.

Im dritten Abschnitt (Richtung Willinger Weg) schwebt den potenziellen Investoren der Bau von Inklusionswohnungen für Menschen mit Behinderungen vor. Erste Berechnungen sagen, dass sich in zwei Doppelhäusern ca. 440 Quadratmeter Wohnfläche ergeben könnten, die man auf zwei Wohngruppen für jeweils sieben bis neun Bewohner aufteilen könnte. Diese sollen von einer gemeinnützigen GmbH gebaut und bewirtschaftet werden. Das Gebäude soll ebenfalls in Holzhybridbauweise auf energetisch höchstem Niveau entstehen (KfW 40+). Platz für eine solche Wohnform fehlt in Rheinberg.

Da Höder bewusst ist, dass etwa Vereine als potenzielle Träger solcher Wohngruppen nicht in der Lage seien, sich entsprechende Grundstücke zu kaufen, hat er der Stadt einen interessanten Vorschlag unterbreitet: Würde die Stadt ihm das Areal verkaufen, würde er einem Trägerverein das Grundstück für das Inklusionsbauen schenken. Geld würde er dennoch verdienen, weil er die Wohnhungen bauen würde. Architekt Dette Ecker sagte, dass eine Elterninitiative schon Interesse angemeldet hätte.

Im Ausschuss stieß die Planung auf offene Ohren, allerdings gab es auch Nachfragen zu dem ungewöhnlichen Angebot, einen Teil des Grundstücks an einen Trägerverein zu verschenken. Details wurden im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung erörtert. Dort kam der Ausschuss überein, keine Entscheidung zu fällen – das soll der Rat in seiner Sitzung am 15. Dezember übernehmen.