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Rheinberg: Nabu zeichnet schwalbenfreundliches Haus in Vierbaum aus

Schwalbenfreundlicher Hof in Vierbaum : Stalltür steht Sommerboten immer offen

Der Naturschutzbund zeichnete den Hof von Marietta Schütz in Vierbaum als „schwalbenfreundlichen Stall“ aus. Ein Brutpaar nistet dort bereits seit neun Jahren.

Marietta Schütz und ihr Mann Eberhard Schwan lieben das Landleben. Vor allem wegen der Tiere. Sie haben auf ihrem Hof Kühe, Pferde, manchmal Katzen vom Nachbarn, die ab und an zu Besuch kommen, und einen Hund. Der tierfreundliche Hof lockt deshalb auch viele andere Besucher an. Vor allem gefiederte Gäste lassen sich bei den Hofbetreibern gerne nieder. Ein Schwalbenpärchen lebt dort schon bereits neun Jahre im Pferdestall. Die Rauchschwalben ziehen in dem Stall sogar ihre Jungen groß. Für den „schwalbenfreundlichen Stall“ gab es jüngst vom Naturschutzbund (Nabu) Rheinberg eine Urkunde und eine Plakette. Und zwar dafür, dass die Besitzer Türen und Luken offen lassen, damit die Rauchschwalben rein- und rausfliegen können.

Jedes Jahre werde ein Heim im Rheinberger Raum für seine Schwalbenfreundlichkeit ausgezeichnet, erklärte Sylvia Oelinger vom Nabu Rheinberg und fügte hinzu: „Das ist eine landesweite Initiative vom Nabu Deutschland.“ Eberhard Schwan hatte von der Aktion gehört und seiner Frau vorgeschlagen, dass sie sich dort bewerben solle. „Das habe ich dann gemacht“, sagte Schütz begeistert. Und so hatte sich dann der Nabu Deutschland an die Rheinberger Ortsgruppe gewendet.

Die Nabu-Mitglieder Agnes Brinkmann und Sylivia Oelinger besuchten anschließend das schwalbenfreundliche Paar. Zuvor hatten sie dem Paar allerdings noch zwei Nester gespendet, da die Schwalbennester bei der Stallsanierung kaputtgegangen seien. „Die neuen Nester haben die Schwalben super angenommen“, sagte Schütz begeistert. Sie findet es wichtig, Schwalben Möglichkeiten zum Nisten zu schaffen. Insbesondere, da die heimischen Schwalbenarten gefährdet seien, erklärte die Hofbesitzerin.

Auch Nabu-Mitarbeiterin Oelinger bestätigte: „Derzeit fliegen die Schwalben noch durch unsere Dörfer. Doch so wie früher ist es nicht mehr, die Anzahl der Schwalben geht zurück.“ Die Zerstörung der Nester sei die Hauptursache dafür. Viele entfernten beispielsweise die Nester von Mehlschwalben, um Kotverunreinigungen zu vermeiden. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei dies allerdings verboten.

Damit die kleinen Nestbauer sich auch bei Trockenheit ein tolles Heim bauen können, befeuchtet Schütz sogar das Nestbaumaterial rund um den Stall, da sich aus dem trockenen Material schlechter Nester bauen lassen. „Ich freue mich sehr über die Schwalben. Auch eine Drossel und eine Amsel leben inzwischen hier“, berichtete Schütz. Und sogar einige Rehe seien regelmäßig zu Besuch auf dem riesigen Grundstück. Tiere kommen offenbar gerne zu dem schwalbenfreundlichen Hof in Vierbaum.