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Rheinberg: Mofa-Blitzer helfen dem Kinderhospiz in Wesel

Benefizaktion im Fahrsicherheitscentrum in Rheinberg : Mofa-Blitzer helfen dem Weseler Kinderhospiz

Die Clubs MMC Lagerschaden und Kolbenfressen haben einen großen Aktionstag auf dem Gelände des Fahrsicherheitscentrums in Millingen organisiert. Der Erlös von über 9000 Euro geht an eine Weseler Einrichtung.    

Die Organisatoren hatten das Recht des ersten Bildes. Henry Hochstein vom Rheinberger/Moerser Mofa- und Mopedclub (MMC) Lagerschaden und Christian Fink vom Dinslakener Club Kolbenfressen schwangen sich am Sonntag schon früh auf ihre Mofas und ließen sich freiwillig blitzen. Hochstein fuhr eine Puch Maxi und Fink eine S 51 Enduro. Aber nicht die Polizei hatte die beiden erwischt, sondern Steffen Schmidt von der Firma Jenoptik Robot. Der hatte sein professionelles Blitzgerät am Fahrbahnrand aufgestellt und sorgte so für die Hauptattraktion bei der Benefizaktion „Abgeblitzt 2022“ auf dem Gelände des Fahrsicherheitscentrums der Verkehrswacht in Millingen.

Dort fand ein von den beiden Mofaclubs gemeinsam auf die Räder gestelltes Programm statt, das vor allem ein Ziel hatte: Es sollte möglichst viel Geld für das Kinderhospiz in Wesel zusammenkommen. Wer zehn Euro hinblätterte und möglichst schnell an der Laserkanone vorbeibretterte, bekam später als Andenken ein Blitzerfoto zugemailt. Und das – anders als bei der Polizei – sogar in Farbe. Dieses Angebot ließ sich kaum jemand von denen, die mit ihren Mini-Maschinen nach Millingen gekommen waren, entgehen. Insgesamt kamen an diesem Sonntag über 9000 Euro zusammen. „Ganz genau steht das Ergebnis noch nicht fest, aber wir sind super zufrieden“, sagte Henry Hochstein am Montag, als alles schon wieder aufgeräumt war.

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Rund 500 Mofa- und Moped-Freunde hatten ihre alten, in der Regel liebevoll restaurierten und herausgeputzten Mofas, Mopeds und Roller der Marken Kreidler, Zündapp, Hercules, Puch oder Simson mitgebracht. Chrom blitzte, Fuchsschwänze wehten im Wind, es roch nach Zweitakt-Gemisch und man ahnte, dass der eine oder andere Krümmer abgesägt und mancher Bing-Vergaser ein wenig aufgebohrt sein könnte. Nach der Devise: Hoppla, waren die Mobilette-Mofas in den Siebzigern und Achtzigern auch schon so schnell?

 Steffen Schmidt von Jenoptik Robot hatte sein Blitzgerät perfekt aufgestellt und in Millingen gut zu tun.
Steffen Schmidt von Jenoptik Robot hatte sein Blitzgerät perfekt aufgestellt und in Millingen gut zu tun. Foto: Armin Fischer (arfi)

„Wir hatten schon länger vor, so eine Aktion zu machen und unseren Spaß an Mofas mit einem guten Zweck zu verbinden“, erzählte Henry Hochstein, der sich mit Cowboy-Hut und cooler Sonnenbrille in einen Easy Rider verwandelt hatte. Wie er war auch Chris Fink begeistert darüber, wie gut alles lief: „Das Fahrsicherheitscentrum hat uns das Gelände zur Verfügung gestellt und auch so hatten wir jede Menge Unterstützung.“ Für die große Verlosung, die sehr gut angenommen wurde, gab es beispielsweise zahlreiche Spenden.

Unter anderem ein altes Hercules-Mofa der Marke Prima S2. Das große Los hatte ein Pärchen gezogen, das aber gestand, selbst nicht Mofa fahren zu wollen. Deshalb ließen sie das pinkfarbene Gefährt an Ort und Stelle versteigern. Jessy Krüger vom Mofaclub Old Girls, die zusammen mit den Blech Birds aus dem niedersächsischen Freren nach Rheinberg gekommen war, sicherte sich die Maschine für 710 Euro.

Versteigert wurde auch ein 67 Jahre altes hellblaues Lilli-Moped. Martin von den Oldschool-Boys aus Wattenscheid ließ sich nicht zweimal bitten und bekam den Zuschlag für 850 Euro. „Ich freue mich, dass mit dem Geld Kindern geholfen wird“, sagte er.

Zum Programm gehörte auch eine Vorführung von Motorrad-Stuntman Robin. Fliegende Händler verkauften Teile für die beliebten Zweiräder. Für die Kinder war eine riesige Hüpfburg aufgebaut. Das Sanitätshaus Hodey führte Elektrofahrstühle vor und natürlich gab es auch etwas zu essen und Getränke.

(up)