Rheinberg/Moers: 13.000 Kilometer mit dem Motorrad von Shanghai nach Istanbul.

Rheinberg/Moers : Abenteuer Seidenstraße

Klaus Fassbender aus Rheinberg und Peter Bleichert aus Moers fahren mit Motorrädern von Shanghai bis Istanbul.

Es ist die Tour ihres Lebens. Klaus Fassbender aus Rheinberg und Peter Bleichert aus Moers-Repelen fahren 13.000 Kilometer mit dem Motorrad über die Seidenstraße – von Shanghai in China bis Istanbul in der Türkei, Dort kommen sie in diesen Tagen mit ihren Maschinen an und werden von Freunden abgelöst. Das Rheinberger Ehepaar Andreas und Bärbel Spengler übernimmt die Maschine von Klaus Fassbender und steuert sie aus der Metropole am Bosporus zurück bis an den Niederrhein. Auch Peter Bleichert übergibt seine BMW – beide fahren BWM R 1200 GS Adventure – in Istanbul an einen Freund, Guido Berke.

Mit dem Motorrad auf der alten Seidenstraße – wie kommt man auf eine solche Idee? „Viele denken, das wir verrückt sind, 13.000 Kilometer zu fahren, dennoch haben wir uns fest vorgenommen, diese Herausforderung zu meistern“, erzählen Peter Bleichert und Klaus Fassbender. Diese Tour war schon lange ein Traum von Peter Bleichert und Klaus Fassbender konnte er schnell begeistern, ihn zu begleiten. Die beiden arbeiten seit Jahren für den gleichen Arbeitgeber in Shanghai, sind gut befreundet und teilen die Leidenschaft für Motorräder. Peter Bleichert ist 63 und hatte die Idee, sprichwörtlich in den Ruhestand zu fahren, um einmal das echte Gefühl dafür zu bekommen, wie weit es ist von China bis nach Hause an den Niederrhein. Der Ruhestand verschob sich zwar um ein Jahr nach hinten, der Plan mit der Tour blieb allerdings bestehen.

Andreas und Bärbel Spengler (li.) übernehmen in Istanbul die BMW von Claudia Fassbenders Mann Klaus. Foto: Fischer, Armin (arfi)

„Leider reicht unser Urlaub nicht aus, um die gesamte Strecke zu fahren“, so das wagemutige Duo, „daher werden wir tatkräftig von unseren Freunden Andreas und Guido unterstützt. Sie fahren unsere Motorräder die letzte Etappe nach Hause.“

Mitte Juli ist Peter Bleichert zunächst alleine in Shanghai losgefahren. 6000 Kilometer durch China, begleitet von einem Tour-Guide im Auto. Weil man nicht so einfach mit einem Motorrad durch China fahren kann. Schon gar nicht, wenn man als Ausländer unterwegs ist. In Kaxgar, das 200 Kilometer von der Grenze zu Kirgisistan entfernt liegt, stieß dann auch Klaus Fassbender dazu. „Von Shanghai bis Kaxgar zu fahren bedeutet, fast ganz China von Osten nach Westen zu durchfahren“, beschreibt Peter Bleichert. Die Wüste Gobi gekratzt, Taklamakan gestreift (die zweitgrößte Sandwüste der Erde) und beim Fahren bewundernd auf die 5000 Meter hohen Ausläufer des Himalaya-Gebirges geschaut – Wahnsinn. In Kaxgar konnte das gemeinsame Abenteuer auf der Seidenstraße beginnen. Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan, nördlich um das Kaspische Meer herum durch Russland und Georgien weiter an der Südküste des Schwarzen Meeres entlang durch Kappadokien bis nach Istanbul – eine mörderische Tour.

Allerdings eine, die wohl so ziemlich alles bot, was man sich an Impressionen vorzustellen vermag: wunderbare Landschaften, tolle Begegnungen mit Menschen, Komplikationen mit Behörden an Grenzübergängen, gute und schlechte Straßen, Kälte und Hitze, Regen und Sonne, alles das. Auch kleinere Unfälle und den einen oder anderen Sturz. Zum Glück nichts Schwerwiegendes.

Gerne wären die beiden die komplette Strecke bis nach Rheinberg beziehungsweise Moers gefahren. Doch leider reichte der Urlaub nicht aus. Nun kommen die beiden Freunde ins Spiel. „Klaus Fassbender ist ein Freund und Nachbar von uns“, erzählt der Rheinberger Andreas Spengler. Er fliegt mit seiner Frau Bärbel in den nächsten Tagen nach Istanbul, wo sie die beiden Biker treffen werden. Spengler: „Dann werden die Koffer umgepackt und wir übernehmen die Maschinen.“

Während Guido Berke die Maschine von Peter Bleichert recht zügig nach Moers fahren will, gönnt sich das Rheinberger Ehepaar mehr Zeit. „Wir machen die Rückfahrt zu einer Urlaubsfahrt und werden vier Wochen unterwegs sein“, so Andreas Spengler, der ganz klar sagt: „Ich gehe davon aus, dass die Tour anstrengend wird.“ Auch wenn er und seine Frau „nur“ 3000 der insgesamt 16.000 Kilometer absolvieren.

Das Gefährt kennt Spengler, der selbst ein routinierter BMW-Biker ist, übrigens: Er hat die R 1200 GS Adventure für Klaus Fassbender teilweise eingefahren, während der Freund berufsbedingt in Shanghai weilte. Die Spenglers fahren von Istanbul aus über Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich (Spengler freut sich schon besonders auf zahlreiche Alpenpässe) weiter nach Deutschland. Na dann: Gute Fahrt!

Blog: www.silkroad2018.com

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