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Rheinberg: Mit Knister-Podcasts durch die Krise

Schulfreie Zeit wegen Corona : Mit Knister-Podcasts durch die Krise

Ab Samstag kann man im Internet kostenlos Hexe-Lilli-Geschichten des bekannten Kinderbuchautors hören.

Keine Schule, kein Kindergarten, keine Musikschule, kein Sporttraining und wenig Kontakte mit anderen Jungen und Mädchen: Kinder haben momentan dank Corona viel Zeit, auch wenn sie ihre täglichen Hausaufgaben im „Homeoffice“ vernünftig abgearbeitet haben. Und diese Zeit will vernünftig genutzt werden. Da sind gute Ideen gefragt.

Auch Knister hat sich Gedanken gemacht, was man tun kann. Der bekannte Kinderbuchautor aus Wesel, Autor zahlreicher Hexe-Lilli-Bücher, sagt: „Als Buchautor möchte ich natürlich in erster Linie, dass die Kinder viel lesen. Aber ich weiß auch, dass sie schon für die Schule viel lesen müssen. Dadurch bin ich auf die Idee gekommen, ihnen mit einem Podcast Freude zu machen.“

Knister alias Ludger Jochmann möchte den Kindern in der schulfreien Zeit der Corona-Krise etwas Gutes tun. Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Knister hat nicht lange gefackelt, hat telefoniert, hat viele Dinge abgeklärt und präsentiert ab Samstag, 21. März, zusammen mit dem Kölner Geschichtenerzähler Klaus Adam seine Hexe-Lilli-Geschichten im Internet auf Adams Podcastportal www.Kidspods.de. Dort kann sich jeder Knisters Geschichten, die von Adam gelesen und produziert werden, kostenlos anhören und herunterladen. Los geht es mit Knisters Buch „Hexe Lilli stellt die Schule auf den Kopf“. Wie es weitergeht, wie viele weitere Podcasts folgen, kann Knister noch nicht sagen. Doch er ist zuversichtlich, dass es weitere Geschichten als Podcast geben wird.

Knister: „Ganz wichtig ist mir, dass alle, die sich die Podcasts anhören, nichts bezahlen müssen. Und ich wollte eine für Kinder geeignete Plattform. Internetportale wie Youtube sind meines Erachtens nach für Kinder nicht gut.“ Mit Adam hat Knister einen Partner für sein Projekt gefunden. Er wird künftig auch die offiziellen Knister-Lesungen etwa in Schulen übernehmen, die der Autor seit den 80er Jahren selbst gestaltet hat. Knister: „Die Premiere hatten wir beide zusammen in der Grundschule am Deich in Wallach für Kinder der ersten und zweiten Klassen. Für die dritten und vierten Klassen war ein Termin am 24. März angesetzt, aber der musste wegen Corona leider verschoben werden.“ Knister freut sich über die Zusammenarbeit mit Klaus Adam – nicht zuletzt deshalb, weil er auch ein „Verzauberer“ ist: Das passe natürlich sehr gut, wenn es um die ebenfalls zaubernde Hexe Lilli geht.

Knister hat aber noch ein anderes Projekt. Für eine der ganz großen Produktionsfirmen in Hollywood – welche das sein wird, steht noch nicht fest – erarbeitet er eine Serie. „Ein Realfilm mit echten Schauspielern über Hexe Lilli“, so der Weseler. „Zehn Folgen von jeweils 45 Minuten. Das Besondere: Es geht um Hexe Lilli, die inzwischen erwachsen geworden ist.“ Immer wieder sei er von erwachsenen Fans, die in ihrer Kindheit Lilli-Bücher gelesen haben, gefragt worden: Was ist denn als Erwachsene aus ihr geworden?“ „Eine ganz neue Herausforderung“, so der Schriftsteller. „Ich kriege heute noch Post dazu. Jetzt von Lilli zu erzählen, die nun 20 oder 25 Jahre alt ist, eröffnet ganz neue Möglichkeiten.“ Weil eine solche Serie aber auch eine ganz andere Arbeit ist als ein Buch zu schreiben, schreibt er mit zwei Partnern an den Drehbüchern. Knister: „Diese Serie ist ein sehr, sehr aufwändiges Projekt, an dem unglaublich viele Menschen bestimmt zwei Jahre arbeiten werden.“ Er hofft, dass die Serie auch in Deutschland zu sehen sein wird.

Nun hofft der Niederrheiner aber erst einmal, dass viele Kinder auf seinen Podcast zugreifen und er ihnen die Zeit mit seinen Geschichten von Hexe Lilli ein wenig versüßen kann.