Rheinberg: Mit den „Isis“ zur WM nach Berlin

Stafettenritt mit Pferden : „Isi-Reiter“ auf dem Weg nach Berlin

Auf ihrem Stafettenritt zur Islandpferde-Weltmeisterschaft besuchte eine Reitergruppe Miriam Eggenhofer in Binsheim.

Wehende Mähnen, wehende Fahnen. Die Stafettenreiter geben auf dem Binsheimer Deich mit Blick auf Duisburgs Stahlindustrie ein imposantes Bild ab. Sie reiten in Etappen nach Berlin, wo Anfang August die Weltmeisterschaft der Islandpferde um Titel und Medaillen stattfinden wird.

Rund sechs Wochen dauert der Ritt bis in die Bundeshauptstadt. „Einige von uns sind bis zum Schluss dabei, andere reiten nur einige Etappen mit“, erzählt Marion Heindorf, Freizeit- und Breitensport-Beauftragte beim Islandpferde-Reiter und Züchterverband (IPZV). „Berlin ist eine besondere Herausforderung, die zeitlich gut geplant sein muss“, weiß sie aus langer Erfahrung.

Bereits 2013 war Berlin Austragungsort der Weltmeisterschaft, so dass Heindorf auf Kontakte und Etappenziele zurückgreifen konnte. „Manche Stecke hat sich im Verlauf der Jahre jedoch verändert, weil sie bebaut worden ist“, sagt sie. Für die „Isi-Reiter“ hat sie die Vortour gemacht, ist Strecken abgefahren, hat auf Bauernhöfen und bei Reitvereinen die Quartiere fest gemacht. So auch bei Miriam Eggenhofer, selbst passionierte Isi-Reiterin, die direkt am Deich in Binsheim eine Wiese für die Pferde und ein Quartier für die Menschen anbieten konnte. „Geplant haben wir seit 2017 und alles stramm durchorganisiert“, erzählt Heindorf, die mit ihrem Pferd Risi de Ny bis zum Ziel in Berlin dabei sein wird.

Ihr Arbeitgeber in Moers spielt mit. Der Stafettenritt wird über den IPZV schon seit Jahren organisiert und bedeutet vollkommenes Isi-Glück. „Es sind die Landschaft und die Menschen, die uns so begeistern“, sagt Marion Heindorf über die Faszination Wanderreiten. Dabei geht es gemütlich zu. „Den größten Part leisten dabei allerdings unsere robusten Islandpferde mit ihrer Menschenbezogenheit und Sensibilität. Ich spreche vom Virus“, sagt dazu Miriam Eggenhofer. Bekannt ist der robuste Isländer durch seine fünf Gangarten, zu dem Pass und Tölt gehören. Am Mittwoch überquerte die Gruppe mit der Fähre den Rhein und machte sich auf den Weg Richtung Warendorf im Münsterland. Um die 30 Kilometer lang kann ein Tourentag sein.

Im Vorfeld werden Autos samt Hänger an die nächste Station gebracht. Hinter sich gelassen hat die Gruppe bereits Orte wie Geldern, von wo aus der Ritt über Sonsbeck nach Rheurdt zum Islandpferdehof von Mattes Bender führte. Mit 84 Jahren ist Willi Eßer der älteste Teilnehmer auf dem Weg nach Berlin.

Die Weltmeisterstadt mit Wettbewerben wie dem Passrennen oder dem Fünfgang-Preis dauert vom 4. bis 11. zum August. „Wir werden am ersten Tag mit über 100 Islandpferden durch das Brandenburger Tor reiten“, erzählt Marion Heindorf über einen Programmpunkt der Eröffnungszeremonie, der zugleich Highlight mit Gänsehautfeeling ist.

Immer mit dabei ist das Trossfahrzeug mit Material, Verpflegung und der Stafette, das von Elke Müller und Roswitha Kames zu den Pausenpunkten gefahren wird. Elisabeth und Hanspeter Wetzstein aus der Schweiz kümmern sich um die Pressearbeit und die täglichen Blog-Einträge. Zwangspausen gab es allerdings auch schon, wie Heindorf erzählt. „Wir hatten Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner, der für Pusteln und Juckreiz bei Pferden und Reitern gesorgt hat.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.2019berlin.de und unter www.ipzv.de

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