Rheinberg: Mit dem Imker auf Fleißige-Bienen-Tour

Rheinberg : Mit dem Imker auf Fleißige-Bienen-Tour

Peter Schöttler und Ulrike Reimann von „Honig aus Orsoy“ zeigten, wie und wo sie ihre Völker stationiert haben.

Vorsichtig zog Peter Schöttler die Wabe aus dem Bienenstock heraus – fasziniert beobachtet von den 36 Teilnehmern einer gemeinsamen Fahrradtour, die ihren Ausgangspunkt an der evangelischen Kirche in Orsoy genommen hatte.

„Man muss schon die Ruhe bewahren“, meinte Ulrike Reimann, die sich mit Schöttler gemeinsam in der Imkerei „Honig aus Orsoy“ engagiert und die Gruppe von Station zu Station führte. „Helle Kleidung hilft. Denn der natürliche Feind der Bienen ist der Bär. Trägt man dunkle Kleidung, denken die Bienen, ein Bär fällt sie an“, sagt sie. Nach den guten Erfahrungen einer ersten Radtour im vergangenen Jahr hatten sie gemeinsam mit der Initiative „Rheinberg summt“ und dem Nabu erneut einen Aufschlag gewagt.

Von der evangelische Kirche Orsoy aus war die Gruppe gemeinsam zur ersten Station hinter dem evangelischen Altenheim gefahren, wo „ein Schwarm, der uns dieses Jahr zugeflogen ist“ und ein „Wirtschaftsvolk“ auf die Interessierten warteten.

„Wir haben Peter Schöttler privat kennengelernt und haben deshalb entschieden, an der Tour teilzunehmen“, erzählte das Kölner Ehepaar Ulrich und Helene Schaffner.

Imker Schöttler erinnerte daran, dass es vor drei Jahren einen Diebstahl von Bienenvölkern auf der Nabu-Streuobstwiese in Orsoy gegeben hatte – ein beträchtlicher Schaden: „Da haben uns viele Leute angesprochen, ob sie selbst Völker bei sich aufnehmen können. Da sind viele Freundschaften heraus entstanden.“ Mittlerweile gebe es im gesamten Rheinberger Stadtgebiet immerhin schon wieder 36 Bienenvölker.

Vom Evangelischen Altenheim in Orsoy aus fuhr die Kolonne mit ihren Fahrrädern weiter nach Binsheim und hielt an der Kurve Richtung Baerl am Hof der Familie Susmann. „Wir haben die Völker seit vier Jahren hier – Peter Schöttler und Ulrike Reimann gaben den Anstoß“, erzählte Werner Susmann. „Wir haben einen großen Garten und haben die Möglichkeit, in diesem Garten Tiere zu versorgen. Jetzt sehen wir, wie gut sie es annehmen. Wenn man Bienen hier haben kann, ist es prima“, erläuterte der 56-Jährige, der von Beruf Kraftfahrer ist, seine Motivation.

An diesem Standort erklärte Schöttler den Teilnehmern die Bienenproduktion, reichte eine Bienenwabe mit den Tieren herum. „Ist schon schwer, so eine Wabe. Aber Angst hatte ich nicht“, meinte der Orsoyer Marvin Wildmann, der beabsichtigt, Imker zu werden. „Faszinierend, die Insekten so nahe zu sehen. Da wirken sie eher kuschelig“, fand die Orsoyerin Sylvia Zeidler, die eine Wabe ein paar Sekunden in ihren Händen hielt.

„Daher kommt der Begriff ,fleißiges Bienchen’“, meinte sie zu Schöttlers Erläuterungen über die Königin, die pro Tag bis zu 2000 Eier legt.

Im Anschluss an diese Station fuhr der Tross hinter den Baerler Edeka-Markt, wo weitere sechs Völker standen. „Dort haben wir eine Kooperation, produzieren den Honig für Edeka, der dort dann als regionaler Honig verkauft wird.“

Die komplette Tour fand dann bei einem kühlen Getränk im „Casa Castillo“ am Lohheider See seinen Ausklang. „Ich habe nicht so viele Bienenvölker erwartet. Da wo ich wohne, haben Nachbarn eine Wabe“, berichtete der Orsoyer Roman Gomilsek. Ihn fasziniere, dass jede Biene ihre Aufgabe habe und dass am Ende wertvoller Honig dabei herauskomme. Karolin Friedland schließlich sagte: „Meine Erwartungen sind übertroffen worden.“

Roland Fogel, Sprecher der Initiative „Rheinberg summt“ war sehr zufrieden mit dem Tag: „Was ich toll finde, ist die Resonanz der Leute, die sich für Bienen wirklich interessieren. Und dass sie die Frage aufwerfen: Was kann ich tun, um Bienen eine Chance zum Überleben zu geben?“ Es sei schön zu sehen, dass viele Menschen auch am Niederrhein ihren Garten dafür als Lebensraum für die Tiere zur Verfügung stellten.

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