Rheinberg: Mistelzweige beim NABU erhältlich

Naturschutz : Mistelzweige beim Nabu erhältlich

Am Samstag kann man sich in Orsoy eindecken. Der Erlös ist für die Streuobstwiese.

Der Naturschutzbund bietet wieder Mistelzweige aus der Obstwiese am Kuhteich in Orsoy an. Am Samstag, 24. November, können Interessierte ab 11 Uhr bis ca. 13.30 Uhr an der Obstwiese in der Nähe des Parkplatzes am Friedhof Bendstege frisch geschnittene Misteln gegen eine Spende abholen. Der Erlös fließt über die Nabu-Kreisgruppe Wesel in den Erhalt der Streuobstwiese.

Eine alt hergebrachte Tradition in der Adventszeit, einen Mistelzweig als Glücksbringer in die Eingangstür zu hängen, lebt in vielen Haushalten wieder auf. Doch kaum einer weiß, was es mit dem Halbschmarotzer so auf sich hat. Man bezeichnet diese Pflanze als Schmarotzer, weil die Wurzel der Mistel die Leitungsbahnen ihres Wirtschaftsbaumes anzapft und sich so mit Wasser, Mineralien und Nährstoffen ernährt.

Da sie aber eine eigene Photosynthese entwickelt, unterscheidet sie sich von den sogenannten Vollschmarotzern. Es gibt drei verschiedene Mistelarten, wobei neben der Tannen-Mistel und der Kiefern-Mistel nur die Laubholz- oder weißbeerige Mistel „Viscum album“ am Niederrhein zu Hause ist.

Gerade in den Wintermonaten lassen sich Misteln in den kargen Ästen der Laubbäume gut ausfindig machen. Sie hängen wie große Nesterbälle mitten im Baum, berichtet Sylvia Oelinger vom Nabu Rheinberg. Und noch ein Gast ist in dieser Jahreszeit dort zu beobachten: die Misteldrossel. Sie ernährt sich im Herbst und im Winter gerne von den weißen Beeren.

Die Samen der Beeren wandern durch den Magen der Drossel und gelangen durch den Kot nach und nach auf die Äste der Wirtschaftsbäume. So sorgt diese Vogelart dafür, dass sich die Mistel in der freien Natur vermehren kann. Daher auch der Name, der aus dem altgermanischen „Mist“ im Sinne von Kot und Urin abgeleitet wurde.

Die größte einheimische Drosselart ist leicht an ihrer stark gesprenkelten Brust, an ihrem rasanten Flug in lang gezogenen Wellen und an ihrer sattbraunen Flügeloberseite zu erkennen.

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