Rheinberg: Ministerin gibt Startschuss für Baugebiet

Rheinberg : Ministerin gibt Startschuss für Baugebiet

Das Land unterstützt die Stadt Rheinberg bei der Entwicklung des elf Hektar großen Areals „Westlicher Annaberg“ finanziell und personell. Es fließen 14,9 Millionen Euro. Bis die Bagger anrollen, dauert es aber noch rund drei Jahre.

In der goldenen Herbstsonne sah die riesige Fläche am Dienstagvormittag beinahe idyllisch aus: weites Feld, grüne Wiesen, Büsche und Bäume. Mehr als elf Hektar ist das Areal zwischen Annaberg und Umgehungsstraße, rund um die Kreuzung Waldweg/Berkevoortshofstraße groß. Bis sich dort etwas verändert, wird es noch ein Weile dauern. Voraussichtlich in rund drei Jahren aber werden die Bagger anrücken, um dort das Neubaugebiet „Westlicher Annaberg“ zu errichten.

Auf dem Weg dorthin war gestern ein wichtiger Tag. Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, unterzeichnete in Rheinberg eine Zielvereinbarung zur kooperativen Baulandentwicklung – die siebte ihrer Art in NRW. Damit ist die Stadt Rheinberg Partner von NRW Urban Kommunale Entwicklung – eine Landesentwicklungsgesellschaft auf Zeit, die Kommunen finanziell und personell bei der Umsetzung zum Beispiel von Neubaugebieten unterstützt. „Unter der Voraussetzung, dass 30 Prozent Sozialwohnungen entstehen“, wie die Ministerin unterstrich. Scharrenbach war in Begleitung von Ludger Kloidt, Geschäftsführer von NRW Urban, nach Rheinberg gekommen.

Aus der Luft lässt sich gut erkennen, wo das Neubaugebiet entstehen soll. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Bürgermeister Frank Tatzel sprach vom „letzten großen Baugebiet“ in Rheinberg, das erschlossen werden soll: „Die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern ist ungebrochen. Deshalb sind wir froh, dass am Annaberg mindestens 200 neue Wohneinheiten geschaffen werden können.“ Dieter Paus, Technischer Beigeordneter, verwies auf die in den vergangenen sechs, sieben Jahren angesiedelten Logistikunternehmen mit Amazon an der Spitze: „Dadurch sind 3000, im Winter bis zu 5000 Arbeitsplätze entstanden und es gibt entsprechend viele Beschäftigte, die gerne in Rheinberg wohnen möchten.“ Der Bebauungsplan „Westlicher Annaberg“ sei politisch unstrittig gewesen. Allerdings gebe es Bedenken wegen der von der A57 ausgehenden Lautstärke. Der Rat hat dazu eine Resolution verabschiedet, die besagt, dass der Landesbetrieb Straßen NRW auf der Autobahn Flüsterasphalt verlegen oder auf dem Streckenabschnitt bei Rheinberg Tempo 100 eingeführt werden sollte.

Weil den Kommunen Geld, aber auch Personal zur Umsetzung solcher Maßnahmen fehlt, hat bereits die rot-grüne Landesregierung die kooperative Baulandentwicklung aufgelegt. „Wir haben sie dann sofort von 20 Millionen auf 100 Millionen Euro aufgestockt, weil wir dringend Wohnraum brauchen“, sagte CDU-Ministerin Ina Scharrenbach. Rheinberg darf für den Annaberg 14,9 Millionen Euro einplanen. Ludger Kloidt geht davon aus, dass die 100 Millionen Euro vom Land nicht aufgebraucht werden. „Das Geld ist revolvierend. Das heißt: Die Beträge, die wir den Kommunen treuhänderisch geben, fließen wieder zurück. Wobei von den Gewinnen ausschließlich die Kommunen profitieren. Und wir sind überzeugt davon, dass wir mit dem Programm nur Gewinne machen werden.“ Die gesamte Planung und alle Entscheidungen, etwa zu welchem Preis an wen verkauft wird, das alles werde in enger Abstimmung mit der Kommune beschlossen – dieser Hinweis war Kloidt wichtig.

Erschlossen werden soll das Neubaugebiet von der Bahnhofstraße aus. Die Partner gehen davon aus, dass die Bauleitplanung in rund eineinhalb Jahren stehen wird. Dann kann mit den Vorbereitungen für die Erschließung begonnen werden. Freie Bahn also für neuen Wohnraum am Rheinberger Annaberg.

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