1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Mieter wollen ihre Gärten behalten

SPD informiert Anwohner : Mieter wollen ihre Gärten behalten

Die Manstein GmbH will in der Reichelsiedlung zwischen Bahnlinie und Ahorn- beziehungsweise Erlenstraße bis zu 150 Wohnungen bauen. Die SPD hatte zu einem Infoabend eingeladen. Jetzt ist auch von Ersatzgärten die Rede.

In der Reichelsiedlung sollen rund 25 Mietergärten für ein Neubauprojekt der Manstein GmbH wegfallen. Die Rheinberger SPD hatte sich die Gärten bereits angeschaut und mit den Betreibern gesprochen (wir berichteten). Nun folgte ein Infoabend der SPD in der Begegnungsstätte Reichelsiedlung zur Zukunft dieser Gärten an der Annastraße. Dabei sparten die Besucher nicht mit Kritik. „Rheinberg ist eh schon so zugebaut“, lautete ein Kommentar. Ein anderer: „Alle Parteien machen so viele Versprechen und machen dann, was sie wollen.“ Ortsvereins-Vorsitzender Peter Tullius bekam von den rund 40 Anwesenden einiges zu hören.

Viele derjenigen, die seit 25 Jahren an der Annastraße zwischen Bahnlinie und Erlen- beziehungs-weise Ahornstraße ihre Mietergärten angelegt haben, reagierten mit Unverständnis auf die von Manstein überarbeiteten Pläne, die Tullius vorstellte. Vier Gebäuderiegel mit insgesamt 120 bis 150 Wohneinheiten will die Gesellschaft dort bauen, wo jetzt die Gärten liegen. Ein neuer Entwurf sieht vor, 25 zu pachtende Gartenparzellen mit einer Größe von je 100 Quadratmetern an anderer Stelle anzulegen. „Die sind natürlich kleiner als die, die Sie jetzt haben“, räumte Tullius ein.

Fragen danach, was denn dann mit den in die Gärten getätigten Investitionen sei und wie der Umzug vonstatten gehen solle, wurden nicht befriedigend beantwortet. Auch Tullius’ Bemerkung, dass „wir auch Briefe bekommen haben, die sich über das, was da in den Gärten so passiert, beschweren“, kam bei den Zuhörern nicht gut an.

 Am Mittwoch, 3. Juli, wolle man im Bau- und Planungsausschuss (17 Uhr im Stadthaus) eine Art „Vorentscheidung“ treffen, um Planungsrecht zu schaffen. Das erweckte bei den Annaberg-Gärtnern den Eindruck, es sei schon alles entschieden. „Der Prozess bis zum Baurecht dauert locker noch fünf Jahre – wenn das dann überhaupt gebaut wird, wird auch geregelt, wie die Umsiedlung laufen wird. Ihre Fragen werden sicher geprüft“, beruhigte der frühere Stadtplaner Peter Bender dann die Anwesenden. Es werde sicher „nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“.

Es wurde die Frage gestellt, ob man für das Bauvorhaben denn nicht den ungenutzten Sportplatz in der Nachbarschaft nutzen könne. „Und hier gegenüber stehen doch Wohnungen leer“, entgegnete eine Zuhörerin. Davon sei ihm nichts bekannt, sagte Tullius.

Auf jeden Fall soll es an den neuen Parzellen Wasser und Stromleitungen geben – und Investor Manstein versicherte, dass man die Pacht auf die bisherigen Besitzer der Gärten übertragen werde.

Das Problem sei, so gab der SPD-Politiker grundlegend zu bedenken, dass außer der besagten Fläche am Annaberg kaum Flächen mehr erschlossen werden können, weil die Landesregierung und der RVR auf „Verdichtungen“ bestehen. „Es geht um Rheinberg insgesamt“, machte Peter Tullius deutlich.