Rheinberg Martin Ahls Silbernes Priesterjubiläum

Silbernes Priesterjubiläum : Seit 25 Jahren mit Glauben und Humor

Martin Ahls feiert am Sonntag, 26. Mai, mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Peter sein silbernes Priesterjubiläum. In seiner Amtszeit habe sich die Kirche stark gewandelt, sagt er. Für ihn bleiben aber die Menschen im Mittelpunkt.

Vor 25 Jahren – 1994 – wurde Martin Ahls gemeinsam mit 21 Diakonen in Münster zum Priester geweiht. Sein Silbernes Priesterjubiläum feiert der gebürtige Alpener am Sonntag, 26. Mai, um 11 Uhr, mit einem Festgottesdienst in der St.-Peter-Kirche. Gestaltet wird der Gottesdienst von den Chören der Pfarrgemeinde, begleitet von Bläsern und Pauken des Orchesters Klangkraft. Neben den Rheinbergern erwartet Ahls auch zahlreiche Gäste aus Haltern am See, wo er bis zum Wechsel nach Rheinberg 19 Jahre lang tätig war.

„Hätte man uns Diakonen damals gesagt, wie Kirche heute ausschaut, wir hätten es nicht geglaubt“, sagt Pfarrer Ahls. In welchem Tempo und Umfang sich das kirchliche Leben verändern würde, habe niemand erahnen können. „Wir sind in einer unglaublich spannenden Zeit Priester geworden“, so Ahls. Er zeigt sich überzeugt: „Wir werden sicher noch viele Überraschungen erleben.“ Wer hätte früher an einen ökumenischen Dialog gedacht, oder daran, dass über die Ehe im Priesteramt diskutiert wird? Daran, dass ein Missbrauchsskandal aufgeklärt und aufgearbeitet werden muss?

Nach seiner Priesterweihe wurde Ahls 1994 Kaplan in Goch. 1998 kam dann der Wechsel als Kaplan nach Haltern am See St. Sixtus. 2001 übernahm er dort als Pfarrer die Nachbargemeinde St. Marien, 2005 kam die Gemeinde St. Joseph in Sythen dazu. 2010 wurde er Dechant im Dekanat Haltern und gestaltete die Fusion der neun Gemeinden in Haltern zur neuen Pfarrei St. Sixtus 2011 mit, die damals die größte Pfarrei im Bistum Münster war und deren Pfarrer Ahls bis zum 5. Februar 2017 geblieben ist.

Gerade in leitender Funktion, so seine Erfahrung, seien heute oft Managerqualitäten gefragt. Doch das Wesentliche sei für ihn nach wie vor die Seelsorge. „Hochzeit, Taufe, Beerdigung – bisweilen alles an einem Tag – da ist man als Mensch und Seelsorger gefordert“, betont Ahls. Das sind Erfahrungen, mit denen man nicht sachlich-nüchtern abschließen kann, wie mit einer bearbeiteten Akte. Mit den Menschen weinen und lachen, das bewegt ihn. So sind tragische Ereignisse wie der Germanwings-Absturz 2015, bei dem in Haltern zahlreiche Opfer zu beklagen waren, ebenso in Ahls Erinnerung geblieben wie heitere Anlässe. „Bei einer Hochzeit wurde der Sektempfang versehentlich vor der Trauung abgehalten, dementsprechend lustig war es in der Kirche“, erzählt der Geistliche. Da müsse man als Pfarrer einfach mitlachen.

Dass er eine gehörige Portion Humor mitbringt, bewies der Rheinberger Pfarrer, als er nach fast 20 Jahren im westfälischen Haltern ausgerechnet während der Karnevalswoche – im Februar 2017 – als Pastor für die Kirchengemeinden St. Peter und St. Evermarus Borth an den Niederrhein zurückkehrte. Bei den Jecken in Berka hat er sich schnell einen Namen als Büttenredner gemacht. „Das habe ich schon als Jugendlicher beim XCV in Xanten gemacht“, verrät der Kirchenmann, der in der Domstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Humor und christlicher Glaube – das passt für den Rheinberger Pfarrer und Dechant im Dekanat Xanten also durchaus zusammen.

Aber was passt noch zum Pfarrer, wenn er so ganz privat unterwegs ist? „Ich fotografiere und schreibe gerne“, plaudert Ahls. Und: Seit seinem 30. Geburtstag fährt er mit dem Liegerad. Bis nach Oslo und Wien haben ihn seine Touren schon geführt. Und natürlich an den Niederrhein – wo man jemandem ein freundliches „Hallo“ zuwerfen könne, ohne dass der Adressat gleich vor Schreck vom Rad fällt.

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