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Rheinberg: MAP-Festival kostet künftig Eintritt

Musik- und Kunst-Veranstaltung in Rheinberg : MAP-Festival kostet künftig Eintritt

Das Musik-Programm am Freitag entfällt, dafür spielen am Samstag vor dem Zauberlehrling-Auftritt am Pulverturm mehr Bands. Weil sich das Festival anders nicht mehr finanzieren lässt, nehmen die Veranstalter zehn Euro pro Kopf.  

Das MAP-Festival ist eine Institution in Rheinberg. Seit 2000 hat es Jahr für Jahr stattgefunden und Kunst, Live-Musik und in den vergangenen Jahren regelmäßig auch Redekunst geboten – mit Ausnahme der Corona-Jahre. 2020 fand gar nichts statt, 2021 fielen die Musik-Beiträge und damit auch der Auftritt der Hauptband Zauberlehrling am Pulverturm aus.

Aber jetzt kehrt das MAP-Komplettpaket zurück, allerdings mit neuer konzeptioneller Ausrichtung. Ein ganz wesentlicher Unterschied zu allen Vorjahren wird sein, dass der Veranstalter, der Verein MAP Rheinberg, Eintritt verlangt. „Wir haben lange diskutiert, haben hin und her überlegt und mit uns gerungen“, sagt MAP-Vorsitzender Philipp Rott. „Aber es führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen Eintritt nehmen.“

Heiko Dürr, ebenfalls aus dem innersten Kreis der MAP-Welt und Bandleader der Zauberlehrlinge, ergänzt: „Das Festival ist anders nicht mehr zu finanzieren. Durch Corona haben sich die Rahmenbedingungen enorm verändert.“ Konkret: Sponsorengelder fließen nicht mehr im gewohnten Umfang und die Kosten für die Infrastruktur sind exorbitant gestiegen. Um eine Bühne und eine Beschallungs- und Lichtanlage mit entsprechendem Personal an den Pulverturm stellen zu können, müssen die Veranstalter entsprechend tief in die Tasche greifen.

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Philipp Rott: „Wir haben uns zu zwei einschneidenden Schritten entschieden: Zum einen wird das Musik-Programm am Freitag komplett entfallen. Zum anderen nehmen wir am Samstag von allen Besuchern ab 16 Jahren zehn Euro Eintritt. Wer bereits Mitglied im MAP-Verein ist, hat weiterhin freien Eintritt.“ Dafür ist das Line-up am Samstag allerdings auch umfangreicher, als man es bisher gewohnt war. Sechs Bands werden dann auf der Wiese am Pulverturm auftreten. Zum Schluss wie immer die Coverband Zauberlehrling, die hofft, diesmal wieder vor 2000 bis 3000 Fans alles geben zu können. „Für uns ist der Auftritt beim MAP in Rheinberg jedes Jahr der Höhepunkt“, unterstreicht Heiko Dürr.

Dieser MAP-Samstag fällt auf den 13. August, das ist der erste Samstag nach den Sommerferien. Beginn ist um 17 Uhr. Auch die MAP-Lesebühne findet statt, und zwar am Donnerstag, 18. August, ab 20 Uhr im Pfarrgarten von St. Peter. Dort sollen dann wieder mehrere Poetry-Slammer und Wort-Akrobaten auftreten. Die Redekunst hat schon an unterschiedlichen Plätzen in Rheinberg stattgefunden: Im Saal des Jugendzentrums Zuff, im ehemaligen Fitline-Sportstudio an der Kaiserstege, im Kultpool unter der Amplonius-Turnhalle und zuletzt im Ferienalarm-Zirkuszelt an der Pulverturmschule.

Auch die Artlon-Kunstaktion, integraler Bestandteil des MAP-Festivals, bietet eine Neuauflage. Nach dem bisherigen Höhepunkt im vergangenen Jahr, als in der Reichelsiedlung sechs große Seitenwände der dortigen Hochhäuser von internationalen Künstler-Teams mit Motiven gestaltet wurden, zu denen Rheinberger die Anregungen gegeben hatten, soll das Artlon diesmal ein bis zwei Nummern kleiner ausfallen. Was genau geplant ist und wer dabei ist, wird noch bekannt gegeben.

Die MAP-Macher hoffen, dass die Fans aus Rheinberg und darüber hinaus die neue Konzeption mittragen und das Festival genauso gut unterstützen wie bisher.

(up)