Kunst in Rheinberg Die Farbe macht den Unterschied

Rheinberg · Die Künstlerin Iris Jurjahn aus Alpen zeigt im Rheinberger Stadthaus Acrylbilder und Papiercollagen. Die Malerin hat ihre eigene Bildsprache gefunden, will sich aber immer weiterentwickeln.

Malerin Iris Jurjahn vor einem ihrer Gemälde, die im Stadthaus in Rheinberg zu sehen sind.

Malerin Iris Jurjahn vor einem ihrer Gemälde, die im Stadthaus in Rheinberg zu sehen sind.

Foto: Uwe Plien

Manchmal ist die Farbe wichtiger als das Motiv. Bei der Alpener Künstlerin Iris Jurjahn ist das so. „Ich versuche mit den Farben etwas auszudrücken“, sagt sie. „Dann geht es bei einem Porträt nicht so sehr um den Menschen, sondern um die Stimmung, die den Menschen und damit das Bild ausmachen.“ Sie sei keine Malerin, die sich an der Leinwand emotional leiten lasse, erzählt die freundliche Frau. Im kreativen Prozess gehe sie strukturiert und überlegt vor. „Aber natürlich spielen Emotionen eine Rolle.“

So gesteht sie: „In der Coronazeit war ich künstlerisch gehemmt. Das merkt man meinen wenigen Bildern aus der Zeit an.“ In ihrer Ausstellung „Farbwesen“, die bis zum 8. März im Stadthaus-Foyer zu sehen ist, kann man diesen Entwicklungen nachspüren. Da sind einige Gemälde zu sehen, die teils gepinselt, teils gespachtelt sind und die farblich stark reduziert daherkommen. Corona bedeutete eben Einschränkung, Verzicht, Isolation.

Doch Lockdown, Maskentragen und Angst vor Ansteckung sind überwunden und so pinselt Iris Jurjahn inzwischen wieder erheblich lebensbejahender. Vier Porträts vor dem Stadthallen-Eingang zeigen das: starke, ausgewogene und harmonische Farben in den Gesichtern der Porträtierten transportieren positive Schwingungen.

Iris Jurjahn hat vor zehn Jahren ihr Diplom in Malerei und Grafik abgelegt. Seither hat sie vielfach ausgestellt. Und sie unterrichtet: Sie gibt Mal- und Zeichenkurse für die Volkshochschulen Wesel und Rheinberg-Alpen-Sonsbeck-Xanten. Wichtig sei ihr, nicht am Erreichten festzuhalten, sondern sich permanent weiterzuentwickeln. Deshalb malt sie auch nicht nur großformatig Acryl auf Leinwand und Papier, sondern befasst sich auch mit Papiercollagen. Das sind kleine, gerahmte Bilder, bei denen sich durch die leichte Hervorhebung der Motive eine 3D-Anmutung ergibt.

Aus Zeitschriften, die auf hochwertigem Papier gedruckt wurden, schneidet sie Dinge aus, die dann verarbeitet werden. Manchmal sind das grafische Elemente oder Motive, die ins Bildkonzept passen: Astronauten, Landschaften, Statuen, Körperteile. Mit Fixogum aufgeklebt entstehen spannende Kunstwelten. Gemalt habe sie schon als Kind, erzählt Iris Jurjahn. Van Gogh habe sie bewundert, später dann vor allem Edvard Munch. Zur 30 Werke umfassenden Ausstellung gehört auch ein Porträt der Mexikanerin Frida Kahlo, deren Leben sie faszinierender findet als ihre Malerei. Iris Jurjahn hat ihre eigene Bildsprache gefunden. Und die größte Freude für sie sei es zu wissen, dass ihre Werke irgendwo hängen und Menschen sie sich anschauen können.

(up)
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