Rheinberg: Landschaften und Menschen in Aquarell

Ausstellung : Landschaften und Menschen in Aquarell

Die Rheinberger Malerin Renate Potjans zeigt bis Weihnachten 27 ihrer Bilder im Stadthaus. Es ist ihre erste Ausstellung überhaupt.

Auch für Kunstfreunde lohnt sich mal wieder ein Besuch im Foyer des Stadthauses. Dort wurde in dieser Woche die Ausstellung „Landschaften und Menschen in Aquarell“ mit 27 Werken der Rheinberger Künstlerin Renate Potjans eröffnet. Farbenfrohe Auelandschaften, mediterrane Architektur oder romantisch anmutende Portraits wechseln mit ausdrucksstarken Schwarz-Weiß Motiven.

Auch der niederrheinische Landregen, der gerade im Spätherbst so reichlich fällt, kommt nicht zu kurz und sorgt für interessante Reflexionen. So spazieren im „Konzertbesuch bei Regen“ Menschen von Schirmen geschützt über regennasses Pflaster, auf dem sich die Lichter der Stadt spiegeln und auf diese Weise eine ganz besondere Stimmung vermitteln. Das Rheinberger Wetter diente allerdings nicht als Inspiration, versichert Renate Potjans: „Ich male einfach sehr gerne Regenschirme, das macht mir Spaß.“

Das künstlerische Talent hat sie von ihrem Vater geerbt, hat schon als Kind gerne gezeichnet. Aber erst, als sie in Rente gegangen ist, hat die Industriekauffrau ihr Hobby mit Leben gefüllt, hat einen Malkurs besucht und sich ziemlich schnell für Aquarell-Malerei entschieden, weil es ihr die zarten Farben angetan hatten. Dass Sonne, Regen und Schnee gleichmäßig vertreten sind, liegt daran, weil die Künstlerin sich von den Jahreszeiten inspirieren lässt: „Ich könnte im Sommer keinen Schnee malen, im Winter mache ich das aber gerne.“

Was die Motive betrifft, nutzt sie als Quelle der Eingebung häufig Postkarten oder die Tageszeitung. „Manchmal sehe ich ein Foto in der Zeitung und denke: Das ist schön, das male ich.“ Geschehen etwa bei der künstlerischen Umsetzung zweier Eisbären oder dem bekannten Geiger David Garret, dessen Ablichtungen ursprünglich mal in der RP zu sehen waren.

Ob Marktplätze, Bachläufe oder alte Gehöfte: Immer wieder entsteht der Eindruck, die Orte zu kennen, irgendwann einmal dort gewesen zu sein. „Das täuscht. Sie entstammen alle meiner Fantasie“, erklärt die Künstlerin. Malen ist für Renate Potjans gleichermaßen Freude und pure Entspannung. Als Atelier nutzt sie ihre ehemalige Küche im Obergeschoss. 40 Bilder sind dort inzwischen entstanden, die größtenteils das eigene Heim schmücken.

So soll das auch bleiben. Denn verkaufen würde sie ihre Lieblinge nur höchst ungerne. „Ich will sie nur mal zeigen, abgeben möchte ich sie eigentlich nicht.“ Dass die Bilder überhaupt im Foyer des Stadthauses zu bewundern sind, verdanken die Besucher dem Rheinberger Ornithologen Karl-Heinz Gaßling.

„Der hat mich immer wieder angeschubst, hat gesagt: Deine Bilder sind so schön, die musst du einfach mal ausstellen. Und weil im nächsten Jahr kein Termin mehr frei ist, habe ich das jetzt gemacht“, so Renate Potjans über ihre erste öffentliche Ausstellung überhaupt. Eine echte Premiere also.