Für seine Verdienste um Ossenberg Landrat verleiht Karl Caniels das Bundesverdienstkreuz

Rheinberg/Ossenberg · Ob Schützenverein oder Karneval, Fußball oder Verein Gemütlichkeit: Der Ossenberger Karl Caniels mischt seit Jahrzehnten ehrenamtlich als Motor, Antreiber und Impulsgeber im Ortsteil mit. Das wurde nun gewürdigt.

Rheinberg: Landrat Ingo Brohl verleiht Karl Caniels das Bundesverdienstkreuz Ossenberg​
8 Bilder

Bundesverdienstkreuz für Karl Caniels aus Ossenberg

8 Bilder
Foto: Uwe Plien

Gäbe es in Ossenberg ein eigenes Grundgesetz für den Ortsteil, dann stünde vermutlich unter Paragraph 1: „Ohne Karl läuft hier nix“. Karl Caniels, inzwischen 74 Jahre alt, ist seit Jahrzehnten ein unermüdlicher Motor, ein Antreiber, ein Impulsgeber im Mühlendorf. Am Freitag überreichte ihm der Kreis Weseler Landrat Ingo Brohl als Ausdruck des Dankes und als Würdigung seiner immensen ehrenamtlichen Tätigkeiten das Bundesverdienstkreuz – „das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, wie es offiziell heißt. Karl Caniels nahm es im Stadthaus im Beisein seiner Familie, vieler Freunde und Weggefährten gerührt entgegen.

 „In einer von Krisen, Kriegen und Ungewissheit geprägten Zeit ist Ihr beständiges Engagement, das zur Bewahrung von Brauchtum und Tradition beiträgt, von unschätzbarem Wert“, sagte Brohl. „Ohne Sie würde in Ossenberg nichts stattfinden. Und ohne Sie hätte Vieles nicht stattgefunden.“

Karl Caniels, der erst kürzlich mit seiner Frau Ulla die Goldene Hochzeit gefeiert hat, ist Unternehmer. Die Bauelemente Caniels GmbH, inzwischen von Sohn Markus und Tochter Alexandra in der sechsten Generation geführt, ist seit ewigen Zeiten ein Familienbetrieb. Die Geschichte der Schmiede reicht rund 300 Jahre zurück. Einen Handwerksbetrieb zu führen, ist viel Arbeit. Trotzdem gelang es Karl Caniels, an allen Ecken und Enden in seinem geliebten Ossenberg mitzumischen. Schützenverein (er war König), Karnevals-Ausschuss (er war Prinz), Fußballverein (er war früher Linksaußen), Verein Gemütlichkeit (da war er lange 2. Vorsitzender) und in der Jugend in der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) engagiert. Fast müßig zu erwähnen, dass er auch in der Feuerwehr-Löschgruppe Ossenberg aktiv war.

Ein Coup gelang ihm 2011. Da war er der Architekt des Sieges im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene. Es gab Gold für Ossenberg. Im Windschatten des Solvay-Chemiewerks hatte der Verein Gemütlichkeit allein 500 Bäume und 1000 Sträucher gepflanzt. Ob Kirmes mit Kinderschützenfest, Martinimarkt, Maibaumsetzen, Volkswandertag, Nikolausfeiern oder das Niederrheinische Prinzentreffen mit oftmals 50 Tollitäten, teils sogar aus dem Ausland, die sich in der Remise des Ossenberger Schlosses treffen – stets hatte „Mister Ossenberg“ die Hände im Spiel.

Auch Bürgermeister Dietmar Heyde gratulierte Caniels und dankte ihm für dessen großes ehrenamtliches Engagement. Er bat den Geehrten, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Eine Bitte, der Caniels gerne nachkam.

Dass Karl Caniels das Bundesverdienstkreuz bekommen hat, ist maßgeblich seinem Freund seit mehr als 70 Jahren, Wolfgang Dröttboom, zu verdanken. Dessen Frau Ute Schreyer wandte sich ebenso wie Walburga Balzen und Gemütlichkeit-Vorsitzender Benjamin Balzen in sehr persönlichen Worten an den Mann des Tages, der sich, zu Tränen gerührt, für alles bedankte. Schnell aber erlangte er die Fassung zurück und ergriff die Chance, dem Landrat eine Bitte mit auf den Weg zu geben. Brohl möge sich doch bitte dafür einsetzen, dass der Übergang zwischen Hotel/Kirchstraße und Dorfplatz endlich mal entschärft werde. Typisch Karl Caniels.

(up)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort